Erstes Kapitel

ERSTES KAPITEL

 

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KELTISCHE SPRACHE

 

KURZBESCHREIBUNG DER ERSTEN BESIEDLUNG 

VON GALLIEN

Es ist nicht ohne Nutzen, dem Studium der berühmten Gallischen Nation eine kurze Zusammenfassung voran gehen zu lassen. Gallien ist der zentraler Punkt gewesen, wo die entgültige Errichtung der keltischen Familie, in den westlichen Gegenden Europas, sowie sein [uns] erhaltener Name, die fortdauernde Herrschaft seines heldenhaften Volkes in diesem Land bezeugt

Zusammen genommen waren es die Gebiete zwischen dem [Atlantischen] Ozean, den Pyrenäen, dem Mittelmeer, den Alpen und dem Rhein. Der südliche Teil erstreckt sich vom Golf der Gascogne bis zum Mittelmeer, dieser [Landesteil] ist als erster besiedelt worden

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von Iberern und Liguren, die von der spanischen Halbinsel kamen. 

Die Galizier (1), Nachkommen von Gomer (2), dem [jüngsten oder ältesten] Sohn Japhets (3), kamen aus Kleinasien zu einer Zeit, die man nicht mehr präzisieren kann, Sie verbreiteten sich in Gallien, indem sie die Iberischen [Völker] nach Süden und die Ligurischen [Völker] nach Osten verdrängten, und dann Spanien überfluteten, sie mischten sich mit den Iberischen [Völkern].

Die Aquitanier, vom Stamm der Iberer (4), widerstanden den Anstürmen der Galizier und behielten ihre Position zwischen dem Ozean, den Pyrenäen und der Garonne. Um das 16. Jahrhundert v. Chr. waren die Galizier die uneingeschränkten Herren Galliens. 

Durch die Eroberung der Galizier aus Spanien, war die Ligurische [Bevölkerung] gezwungen abzuwandern, nachdem die Alpen überschritten waren, begründeten die letzteren in Italien ihre Herrschaft, der Ambras (5) oder Ombras (6) um das Jahr 1400 vor Jesus-Christus und 647 Jahre vor der Gründung Roms. 

Diesen ersten Zweig der gallischen Familie nannten die frühen Historiker, laut Am. Thierry, die Kelten. 

Die Kimris bildeten den zweiten Zweig der gallischen Familie. Die Griechen nannten sie Kimmerioi und die Römer Cimbri. 

Im Jahre 631 vor Jesus-Christus, wurden die Menschen                                                                                                                                             

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der Scythischen [Völker] , laut dem Bericht von Herodot, an den Rändern von Palus-Meotide [Asowsches Meer] miteinander vermischt und drängten das Kimrische [Volk] in Richtung der untergehenden Sonne [Westen], unter der Führung von Hu-ar-Bras [Erster bzw.Königsdruide]; immer dem Verlauf der Donau folgend, drangen sie nach dem überschreiten des Rheins in Gallien ein. Den Traditionen der Kimris [2. Zweig d. gallischen Familie] folgend, ließ sich Hu-ar-Bras nicht in Gallien nieder, sondern überquerte den nebligen Ozeanund eroberte die Insel von Albion [alter Name v. England], nördlich von Gallien. 

Während dieser Auswanderungen und Eroberungen der Kimris gründete Ancus (1), König von Rom, der gegenüber seinen Nachbarn siegreich war, die Stadt Ostie an der Tibermündung. 

Jedoch überschwemmten nacheinander neue Stämme der Kimris Gallien,     << nach einem immensen Handgemenge [Kampf] scheint dieses Gallien zwischen den Kimris und den Galliern aufgeteilt worden zu sein. >> (1Orig.) Die Kimris nahmen den westlichenKüstenstreifen am Meer sowie den Norden und Nordwesten in Besitz, die Gallier den Osten und das Zentrum des Landes. 

Nach diesen Völkerwanderungen unterscheiden die Historiker zwei Auswanderungen, die von Sigovése und die von Bellovése, Neffen von Ambigatus, König oder Chef vom Stamm der Bituriges, diese [Wanderungen] werden um 587 vor Jesus-Christus datiert. Bellovése nahm den Weg nach Italien, Sigovése zog nach Nordosten,                                                                                                                                               

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überquerte den Rhein, durchschritt den Wald Hercynienne (Schwarzwald), und ließ sich an den Ufern der Donau nieder. 

Ungefähr 300 Jahre vor Jesus-Christus, überfluteten die mächtigen verbündeten Stämme der Kimris, die der Belgier, den Norden von Gallien und rissen dieses Gebiet an sich. Zwei Belgische Stämme, das Volk der Tectosagen und das Volk der Arécomiques[Arekomiker] durchzogen Gallien, mit den Waffen in der Hand, beschlossen sie nach Süden zu ziehen, das Volk der Tectosagen folgte den Ufern der Garonne nach Toulouse, das sie zur ihrer Hauptstadt machten, das Volk der Arécomiques zog in den Osten der Cévennen, mit ihrem Zentrum Nimes. 

Das Volk der Tectosagen hatte nicht lange Ruhe im Land, das sie gerade erobert hatten. Gegen das Jahr 281 vor Jesus-Christus begann an den Ufern der Donau eine starke Einwanderung der Gallischen Stämme, die von Sigovéses abstammten. Durch ihre kriegerische Natur mitgerissen (oder beseelt), teilten sich alle diese Gallier in drei Gruppen und so stürzten diese Gallier wie ein Orkan nach Macedonien (1), dem Epire (2) und nach Thrakien (3). Ein Teil dieser Tectosagen, unersättlich von Abenteuern, überquerte den Bosporus, teilte unter sich das Gebiet von Klein-Asien auf und gründeten ein neues Vaterland, ein neues Gallien, Galatien (4).  

<<Die Gallier erzielten auf diese Art und Weise große Macht und Einfluss                                                       

<<durch ihre Waffen in der ganzen alten Welt. ...                                                                                                                                            

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>>Es gab aber auch mehrere Nationen, deren Sprache viele Beziehungen                                                       

>>zur gallischen Sprache [Landstrich] gehabt haben sollen.                                                                             

>>Es hat den Anschein das die Gallier und                                                                                                     

>>die Germanen sich in nicht sehr vielen Punkten unterschieden,                                                                      

>>da diese Völker den gleichen keltischen [Sprach-] Ursprung haben;                                                           

>>die Germanen die gekommen waren ließen sich in Gallien nieder                                                                  

>>und die Gallier kamen nach Germanien, wo sie wechselseitig ausgedehnte Landstriche                               

>>inne hatten und besetzten . <<

Diese klugen Gedanken führten den Autor der Studienarbeit dazu, zu behaupten, dass die von Cäsar beobachteten Sprachunterschiede, nur Unterschiede von Dialekten waren. Wir werden diesen gerechten Überlegungen nicht folgen, da die Sprache in Gallien durch die lateinische (Sprach-) Familie eine beträchtliche Veränderung erfahren hat. Wir machen dennoch darauf aufmerksam, hätte er aus seinen anfänglichen Betrachtungen eine strenge Schlussfolgerung gezogen, wäre er dazu gebracht worden, daraus zu schließen, dass die keltische Sprache auf dem Boden, den die Römer nie betreten hatten, ihre vollkommene Unversehrtheit hätte behalten müssen.

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IV

DER DIALEKT DES LANGUEDOC UND DIE WAHRE KELTISCHE SPRACHE

Die Genealogie (Ahnenforschung) wie wir sie vorstellen, könnte einigen Lesern nur hypothetisch erscheinen, aber

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es ist leicht, dieses mittels eines überzeugenden Beweises zu unterstützen, da die Sprache der Tectosagen im Idiom (ihrer Eigentümlichkeit bzw. Mundart) des Languedoc tiefe Spuren hinterlassen hat. Ein einfacher Vergleich zwischen einigen [Wort-] Enden aus dem Languedoc und ihren angelsächsischen Korrespondenten (in übereinstehender Verbindung sein) wird reichen, die komplette Analogie (vergleichbarer Inhalt) der zwei Sprachen zu beweisen. Da wir aber zu vermeiden wünschen, dass bei zu vielfachen Vergleichen, Langeweile aufkommt, werden wir nur die bekanntesten und gebräuchlichsten Ausdrücke erläutern.

Dialekt aus dem Languedoc.                                          Angelsächsische Sprache (1Orig.)

Alader, Baum mit immer- grünen Blättern                          Alder, Elle, Grünerle

Ander, Kaminbock, Brennbock,                                       Andiron (andaieurn), Kaminbock, Feuerbock, Kaminrost (Schmiede?)

d` Arréou, in der Reihe.                                                 Array (arrè), in Reihe stellen, Schlachtordnung, Befehl, Parole

Baïssel, auserwähltes Gefäß, Tonne                                  Vessel, Schiff, Fass, Gefäß, Geschirr, Vase

Barata, entdecken, finden, austauschen,                           to Barter, tauschen, austauschen, auswechseln

Bouich, Buchsbaum.                                                    Bush (bouch), Busch, Strauch

Bécka, schlummern.                                                     to Beck, ein Zeichen von einem Kopf, Kopfnicken, zunicken, zuzwinkern

Bolo, eine Kugel.                                                        Ball (bâul), eine Kugel, Augapfel, Billardkugel

Bosk, ein Holz.                                                           Bosky, aufgeforstet, buschig,

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