Kapitel III

KAPITEL III.

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PUNISCHE SPRACHE

I

AFRIKA – PUTH – NUMIDEN UND MAUREN

Unter den Nachkommen von Cham, werden wir nur auf Puth, seinen dritten Sohn zurückblicken, denn die Kommentatoren der heiligen Schrift denken, dass er, der Ursprung der ersten Einwohner des Nordens von Afrika ist. Der afrikanische Kontinent stellt sich in einem auffälligen Gegensatz dar. In den Teilen, die durch beträchtliche Wasserläufe durchquert werden, produziert die Hitze, die sich mit der Feuchtigkeit des Bodens verbindet, eine bewundernswerte Vegetation, voller Kraft und Macht, aber in den Gebieten wo die Flüsse ein schwaches Wasservolumen haben, ist die Frische und die Fruchtbarkeit ver-

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schwindend durch die Einwirkung der glühenden Sonne, und die Wüste erscheint in ihrer schrecklichen Wasserarmut. In der ausgedehntesten von diesen Wüsten, der Sahara, blickt man auf unermessliche Ebenen aus heißem Sand. Die Gefahren dort sind extrem, denn mit dem ungestümen Atem des Simoun [auch Simoon – heißer erstickender Wüstenwind], rollt der unruhige (wogende) Sand, wie die Wellen eines wütenden Meeres. Ein Unglück trifft den Reisenden, wenn der Simoun sich einstellt, bei dem schnellen Wettrennen (durch die Wüste) bei dem man mit ihm zusammentrifft, egal wo, [es ist] Verhängnisvoll! Der aufgebrachte Sand umgibt sie, erfasst sie, und begräbt sie unter dem Gewicht seiner angehäuften Massen - afer (èfeur)(1) Wind vom Südwesten, rick (rik) (Getreide-Schober), eine Menge (Haufen).

Obwohl es unentbehrlich scheint, wenn man über Afrika spricht, sich mit Ägypten zu befassen, werden wir dies seitens ihrer Monumente und der langen Liste ihrer Könige, unterlassen. Mit dem ägyptischen Labyrinth und Mesraim, dem ersten König des Landes, werden wir uns [aber] einen Moment aufhalten. Mesraim, zweiter Sohn von Cham, liefert uns den Beweis der Behauptung von Moses, bei seiner (Auf-) Zählung, der aus den drei Söhnen hervorgegangenen Chefs der gegründeten Völker, die er (Moses) ihnen zuteilt, was für die Sicherheit und Wahrhaftigkeit der Behauptungen eine unerschütterliche wissenschaftliche Basis ist. Mesraim ist berühmt als erster König von Ägypten er verdient [es aber] gleichwohl andererseits, wegen seines architektonischen Einfallsreichtums Erwähnung zu finden, die uns durch ihn über die Jahrhunderte (hindurch) hinterlassen wurden

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(für die) Zukunft, und von dem man vor lauter Undankbarkeit den Urheber vergessen hat.

Die Alten bauten in verschiedenen Gegenden einige Denkmale (Grabmale), die sie als Labyrinthe bezeichneten, und die Namhaftesten unter Ihnen waren jene von Kreta, welches Dädalus (griech. Architekt und Bildhauer) zugeordnet wird, und jenes von Ägypten, dessenArchitekt von unbekannter Herkunft geblieben ist (1). Herodot, spricht das Labyrinth, als das Werk von zwölf Königen zu, während Plinius denkt, dass Tithoes (König Petesuchus, Labyrinth in Nomos, Ägypten), diesen Ruhm für sich allein vordern muss. Nach derBeschreibung, die durch Herodot über dieses Gebäude gemacht wurde, waren zwölf Paläste in nur einem Bereich (um und) eingeschlossen. Fünfzehnhundert Terrassen wurden darunter gemischt (wahllos angeordnet), die um zwölf Hauptsäle angeordnet waren, der Gedankenaustausch darüber wurde so gering gehalten, dass die, die sich im Palast verliefen, machtlos waren, dessen Ausgang wieder zu finden. Es gab (dazu) noch fünfzehnhundert unterirdische Gemächer (Zimmer). War diese Konstruktion ein der Sonne gewidmetes Denkmal, oder war es, wie Plinius zu wissen glaubte, ihnen dazu gut, als Gräber der Könige bestimmt zu sein? Oder war es nicht eher eine Laune, von einem einfallsreichen und geschickten Architekten, dessen Männer die Erinnerung (daran) verloren hatten? Einzig Mesraim kann uns auf den richtigen Weg bringen, und uns den Ausgang aus diesem Labyrinth von Hypothesen zeigen, indem man ihm (Mesraim) zugesteht, das er wirklich der Urheber dieses fremdartigen Gebäudes ist, welches aus langen Zimmerreihen gebildet wurde, ...

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Wenn Mesraim sein Geheimnis ohne Schwierigkeiten preis gibt, dann ist er nicht der gleiche wie Puth, der dritte Sohn von Cham. Dieser seltsame Name stellt in sich selbst und in seiner einsilbigen Form keinen Sinn vor, welchen der (menschliche) Geist sich zufriedenstellend erklären kann. Er muss in zwei Silben geteilt werden, dann schenkt er uns eine vernünftige Bedeutung, die sich getreu in dem Charakter und der Bekleidung der Volksstämme Lybiens und Gaetules ausdrückt, von denen Puth der Vater ist. 

Als erklärte Feinde, gegenüber den Ägyptern, von denen sie sich sehr merklich (empfindlich) unterschieden, führten die Lybier und Gaetules ein nomadisches Leben, umherirrend über die Wiesen - lea (li), Grasebene (Heide), - by (bai), zu durchqueren, und sich hervorhebend durch die besondere Form ihrer Mäntel, - to get (guet), erhalten zu haben (zu bringen), - hull (Hülse, Schale), eine Außendecke, ein Mantel. – Das Erkennungszeichen des Mantels, der Gaetules, bestand in ihrer Kapuze und der algerische Burnous (Beduinenmantel) scheint uns ein traditionelles Teil dieser Kleidung zu sein, die von Puth und seinen Nachkommen getragen wurde. Die Gaetules haben uns durch die Ansicht ihrer Mäntel mit Kapuze erlaubt, die Zusammensetzung des Namens von Puth, ihrem Urahnen, zu erfassen - foe () feindlich, to hood (houd) einen Kapuze (Mütze, Hut) aufsetzen.

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In der Sprache der Kabylen gibt es viele einsilbige Ausdrücke, in diesen keltischen Wörtern und ihren Korrespondenten gibt es immer eine auffällige Wechselbeziehung von Ideen. So zu zermalmen in Kab. zed bezieht sich auf to sate (sète), zu sättigen zu entflammen(entzünden, begeistern) in Kab. serr` (eingeschlossen, verwahrt), abgeleitet von to sear (sir)(verbrennen, brandmarken, verhärten), heiß machen (ausschmelzen, zerfressen) Nacht, in Kab idh kommt von to head (hid)(Sorge, sich in acht nehmen), sich zu hüten :Geringschätzen (verunglimpfen) in Kab. simestsames, entspricht to shame (chème) (zu entehren) Schande zu machen.

Dieses streitsüchtige Volk kannte das gute Kampfschwert, und zurückgehalten [Orig. retenue – Bescheidenheit, Behälter, Schleuse] in der kräftigen Hand, fiel (fällt) dieses scharfe Schwert auf den Kopf des Feindes mit einem schrillen pfeifen, zurück; das Schwert in Kab. dies übersetzt sich durch iskim - to hiss, zu zischen (zu schwirren, auspfeifen), - keen (kin) (scharf, schneidend), scharf (spitz), abziehen (auslösen, abschleifen) - .

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