Kapitel VI

KAPITEL VI .

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DIE VÖLKER (DER) TECTOSAGEN UND DES LANGUEDOC

 

I

DIE VÖLKER (DER) TECTOSAGEN UND AREKOMIKER.

DIE BELGIER. - DIE GARONNE. - TOULOUSE.

DIE GIRONDE.

Nach mehreren Historikern, hat das vierte Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, sich die Völker der Tectosagen und Arekomiker im Süden von Gallien niederlassen sehen. Guillaume (1) von Catel sagt in seiner Geschichte vom Languedoc, dass die Tectosagen schon vor dem vierten Jahrhundert (v.Chr.) im Süden von Gallien angesiedelt waren; denn er vermutet dort, die zu großen Teilen, im Jahre 587 vor Jesus-Christus, ausgehobene (gebildete) Armee von Sigovése, während die Armee von Bellovéze von dort nach Italien geht, eingeschlossen [inklusive] die Bituriges (2), die Edues (3), die Arverner und die Krieger

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die zu den anderen Stämmen aus der Mitte Galliens gehörten. 

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Julius Cäsar zeigt uns so, das sich die Tectosagen zuerst jenseits des Rheins, und dann um den Hercynischen Wald [Schwarzwald] ansiedelten, das heißt, das sie auch die Ufer der Donau beherrschten (besaßen). Um das Jahr 281 vor Jesus-Christus, machten die Tectosagen zusammen mit anderen Stämmen aus dem Süden Galliens, ihren (Stammes-) Brüdern an der Donau ihre Aufwartung, und bewirkten, dass sie (zusammen) nach Makedonien, nach Epire (1), nach Thrakien (2) und Griechenland zogen. Dieser letzte Feldzug, der durch die Tectosagen von Toulouse ausgeführt wurde, zusammen mit den Tectosagen der Donau und den gallischen Sordiques oder denen mit dem langen Schwert - sword (sôrd) (Degen-, Säbelwaffe, veraltet – Hand), Schwert, - to eke (zu verlängern, zu ergänzen, anzusetzen, zu vereinigen)

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(ike), verlängern - , auch platziert in der Donauregion, war das Tor der zwei wichtigsten Völkerwanderungen der Tectosagen, die seit ihrer Ansiedlung im gallischen Süden durchgeführt wurden. Bei der ersten Auswanderung nach Norden, konnte Cäsar sich nichtvorstellen, das kein Rückkehrgedanke gegenüber den eroberten germanischen Ländern gehegt wurde bei der zweiten Auswanderung eines Teils der Tectosagen nach Makedonien, unersättlich nach Abenteuern, übersiedelten sie nach (Klein-) Asien und gründeten dort mit ihren Verbündeten ein neues Gallien, Galatien; ein anderer Teil der Tectosagen kehrte in ihr Heimatland zurück, und brachten, sagen die Historiker [Strabon – 188], das [eroberte] Gold von Delphi und eine sterbliche Hülle [Orig. dépoullies – Hülle, Leichnam, abgelegte Kleider, Raubgut, Ausbeute] bis nach Toulouse zurück.

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III

DIE FRANKS (FRANKEN)- IHR URSPRUNG (HERKUNFT).

Die Franks bildeten am rechten Ufer des Rheins einen Stammesverbund heraus, deren allgemeine Bezeichnung verwirrend ist, welche [aber] für sie wie ein Zeichen zur Wiedervereinigung war. Sie gaben sich die Ehre durch ihren großzügigen und aufrichtigen Charakter, - frank , aufrichtig (freigiebig), - und verzichteten auf den alten Titel Plünderer, der nur in einem von ihren Stämmen beibehalten wurde. Ihre Empfindungen und zurückhaltenden Gefühle waren im Namen der Chamaves eingeprägt, - shame (shéme) (Scham), Anstand (Zurückhaltung) , - to have , zu haben (zu besitzen), inbegriffen in diesem Bund. Hier ein Porträt der Franks, das von einem Lateinischen Dichter in der Zeit verfasst wurde, wo sie begannen, sich in Gallien niederzulassen :

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Der Bund der Franken setzte sich zusammen aus den bekannten germanischen Stämmen und als solche sind sie uns von den lateinischen Historikern überliefert. Tacitus spricht über die Cherusker, die Chatten, die Bructeri in der Geschichte der Expedition des Germanicusüber den Rhein hinaus. Die Chatten, die Chauken, die Bructeri, die Cherusker und noch andere, wurden unter dem Begriff, Franks, verstanden. Diese verschiedenen Bezeichnungen sind fast synonym und stellen den gleichen Gedanken vor. So zerbrachen die kriegerischen Chatten alles bei ihrer Übersiedlung, - to chatter , zerschmettern - ; die Chauken mochten die Angriffe, die gewaltigen Zusammenstöße, - to shock , anzugreifen ; die Bructeri mit ihren leichtfüßigen Bewegungen und ihrer fortschreitenden Kampfentwicklung, schnitten ihre Feinde in Stücke, - to brush (breuch) , plötzlich dazu überzugehen , - to tear (tér) , in Stücke zu teilen, und die Cherusker teilten ihre Beute mit einem Aufschrei vor Begeisterung - to share (chére) , aufteilen, - to huzza (houzzé), Beifallsschreie zu bekommen - . Alle diese Titel, die mit Stolz von den verschiedenen Stämmen getragen wurden, reduzieren sich in ihrer Zusammenfassung auf den Titel des Volkes (Volcae) der Tectosagen oder diesem verheerenden Verhalten. Es ist immer das gleiche Volk, das den Krieg mit seinen Abenteuern, seinen ruhmreichen Gefahren sucht, und auf die entsprechende Teilung der Beute zwischen den kriegerischen Eroberungen wartet.

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VI

DIE ATACINI- DIE AUDE.

DIE FLÖßE AUF DER AUDE- CARCASSONNE.

Das Becken der Aude gehörte nicht mehr zu den Sordes, sondern zu anderen Herstellern von Eisen, die das Land von Atax bewohnten, den Atacini; diese verbanden die Herstellung der Schwerter mit denen der Äxte, - to add , hinzufügen, - axe , Axt (Beil) - . Das den Sordes am nächsten gelegene Dorf, welches zu der Gegend gehört, das durch die Atacini besiedelt wurde, nennt sich Axat , was eine einfache Umkehrung von Atax ist, und diese Bezeichnung markiert den genauen Teilungspunkt zwischen den zwei Stämmen, der Sordes und der Atacini. Axat wird vom Fluss der Aude durchquert, und besaß eine sehr geschätzte Stahlfabrik, deren Feuer heute leider erloschen sind. Die Atacini bewohnten die nördlichen und die westlichen Abhänge dieser Berge, in denen die Aude und Ariége [beides Flüsse] entspringen. Die katalanischen Schmieden waren in diesem Gebiet noch zahlreicher als in den Pyrénées-Orientales; um es richtiger zu sagen, waren die Gebiete noch ausgedehnter; denn sie umfassten einen Teil des Aude - Beckens sowie das Becken vom Ariége.

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Die Atacini verdanken also ihren Namen nicht dem Fluss Aude, und wenn die lateinischen Autoren ihn Atax nennen, dann nur deshalb, weil seine Wasser das Land der Atacini durchqueren. In den Manuskripten des Mittelalters, trägt die Aude den Namen von flumen Aldoe . Dies ist eine sehr treffliche Bezeichnung; Alda ist derselbe Begriff wie Alder, und im keltischen bezeichnet Alder , die (Rot-) Erle. Dieses Baumharz, an den Ufern der Aude, hält ganz natürlich auf einer Strecke von mehr als achtzig Kilometern an, und obwohl dieangrenzenden Eigentümer den Großteil der Erlen abgeschnitten haben, bleibt davon noch genügend, um zu beweisen, mit welcher Wahrhaftigkeit unsere Vorfahren diesen Fluss Alder genannt haben.

Das Volumen der Wasser vom Alder war beträchtlich, und die Atacini haben ihn für das Handwerk der Flößerei benutzt, ein Handwerk, das dazu neigt, jeden Tag zu verschwinden, nicht nur durch die Konstruktion einer Eisenbahn an den Rändern der Aude, sondern auchdurch die Absenkung der Wasser und die im Flussbett gebildeten Ablagerungen.

Das Flößereihandwerk des Bauholzes durch die Wasser vom Alder, ist die Ursache der Namen, den die Orte Roquefort-de-Sault und Espéraza tragen.

Das Dorf Roquefort, oder Roucafort, wie sich seine Einwohner ausdrücken, ist auf einer Hochebene von tausend Metern angesiedelt

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und ist von großartigen Tannenwäldern umgeben. Sie teilt sich in zwei Teile, von denen die eine Roquefort, und die andere dazu angesehene den Namen von Buillac trägt. Reich an Schafherden, die unaufhörlich auf den Wiesen des Bergkammes von Garabell weiden, - gare , grobe Wolle, - bell , Glöckchen - , Buillac züchtet noch in großer Zahl Stiere und Pferde, - bull (boul) , Stier, - hack(zerhacken, Mietpferd, gemeine Dirne), Pferd - .

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