Kapitel VII

KAPITEL VII.

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CROMLECK VON RENNES – LES – BAINS

 

BESCHREIBUNG DES DRUNEMETON ODER CROMLECK DER REDONEN AUS DEM SÜDEN GALLIENS. - MENHIRE , DOLMEN , ROULERS ODER SCHWANKENDEN FELSEN. - DER GOUNDHILL ODER SARRAT PLAZÉNT.

Wir haben soeben die Industrien (Gewerbe) unserer Vorfahren gesehen, die mit unauslöschbarer Schrift in die Namen der gallischen Städte und (Volks-) Stämme eingeprägt sind. Wenn wir die keltischen Monumente (Denkmale) von Rennes-les-Bains untersuchen, sind wir gezwungen die mächtige Organisation des Neimheid zu bewundern, die es ihm gestattete den weit auseinanderliegenden Regionen Galliens, gleichwohl wahrhafte und auf der Ähnlichkeit der Regionen basierende, Namensgebungen anzuwenden.

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Die Redonen von Armorique sind die Ursache des Namens den Rennes in der Bretagne trägt, und die Redonen vom Languedoc haben uns Rennes-les-Bains im Département Aude gegeben. Man könnte sich fragen, weshalb der Name von Rennes auf unseren Kurort(Thermalstation) seine Anwendung fand, man findet dafür leicht den Grund, wenn man diese sonderbare (seltsame) Gegend näher untersucht im Ergebnis bilden ihre von Felsen gekrönten Berge einen riesigen Cromleck von sechszehn oder achtzehn Kilometer Umfang.

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Der Eingang des Cromleck befindet sich beim Zusammenfluss des Rialsés mit der Salz. Der Rialsés - real (rial) , wirklich wirksam, -cess , Steuer, - hinfließend von Osten nach Westen, in einem Tal wo die Erde fruchtbar ist und es den Bewohnern sicherlich ermöglichteSteuern abzuliefern, weil die Kelten dem Gelände ein einfaches Produkt abrangen.

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Bei der Öffnung des Cromlecks erscheint auf dem rechten Ufer der Salz ein Berg mit der Bezeichnung Cardou in Richtung seines Gipfels beginnen sich die natürlichen Punkte aufzurichten, die im Land unter dem Namen Roko fourkado bekannt sind. Zur Zeit derKelten war der Zugang zur Schlucht zweifellos sehr schwierig, weil die lange Barriere von Felsen die im Fluss liegen, den Eingang verteidigten. Außerdem musste die extreme Abfälligkeit und Steilheit der Bergflanken bei den wissenden (gelehrten) Mitgliedern desNeimheid eine gewisse Furcht hervorrufen, die sie veranlasste, diesem Teil des Geländes einen Namen mit einem so wilden Aspekt zu geben. Haben sie sich auch gefragt, wie und auf welche Art (und Weise) sie im Karren (Wagen) vorankommen konnten, wenn sie in dieses fast unzugängliche Wegstück eindringen wollten ? Sie haben ihren Nachkommen die genaue Erinnerung an ihre Gedanken und an ihre augenblickliche Verlegenheit hinterlassen, indem sie diesen Berg Cardou riefen, - to cart , zu reisen in

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einem Wagen, - how (haou) , wie ? Auf welche Art (und Weise) ? - Carthow - . Sie waren nicht mehr zu Rückständig in ihrer Zivilisation, diese einfallsreichen Gallier der ersten Zeit der Besiedelung, da sie sich in den Kopf setzten, sogar in Karren auf den sehr steilen und gefährlichen Bergflanken der Berge zu reisen. Die Schwierigkeit die sie mit Carthow übersetzten, war jedoch nicht mehr unüberwindbar; sie konnten diese überwinden indem sie den Rialsés gegenüber dem Dorf Serres [fig. – Gewächshaus] überquerten, und ihren Weg auf solche Art (und Weise) bauten, dass die Karren (Wagen) oberhalb dieser Felsen passieren konnten. Am Wendeplatz des Weges und zum festgelegten Punkt, wo man vorbeigehen (einfädeln) musste, haben die Kelten einen Menhir auf einem Felsen aufstellen müssen, der heute ein Steinkreuz trägt. Dieses Kreuz ist exakt an dem Ort des Steins platziert, wo man früher ein griechisches Kreuz eingraviert sah, dass jenem ähnlich ist, die bis jetzt am Cap de l´Homme [Kopf des Menschen] bestehen, und in der Nähe der wackelnden (schwankenden) Steine.

Nachdem man die Basis des Berges umgangen und den kleinen Bach überschritten hat, der den Cardou vom Hügel des Bazel trennt, beginnt der Weg sich sanft Bergauf zu neigen. Er musste eine gut definierte (festgelegte) Breite haben, wie sie die Gallier ihren Strassen zu geben pflegten. In der Tat, dies waren nicht mehr einfache, schmale und gefährliche

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Auf dem Gipfel des Bazel bemerkt man sehr ungewöhnliche, fremdartige aufgestellte Steine, die dazu beitragen, den Kreis des Cromleck auf der Ostseite zu bilden. Es ist fast unmöglich, diese großen Steine im einzelnen zu beschreiben; ihre Anzahl ist beträchtlich, und ihre Summe kann leicht mit drei oder vierhundert beschrieben werden, sie sind auf dem Bergkamm angeordnet oder liegen auf dem Berghang der nach Süden abfällt. Einer von diesen Steinen misst mehr als acht Meter in der Länge, zwei in der Breite und in der Höhe:diese Masse von ungefähr zweiunddreißig Kubikmetern wurde aufgerichtet, schräg in eine gewollte Richtung gebracht und auf seine Kanten gestellt, dass er trotz seines enormen Gewichtes der Steilheit der Bergflanke widerstand. Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben, diese gigantische Werk, dass eine wahrhafte Verblüffung hervorruft keine Beschreibung kann eine exakte Idee dieses enormen Werkes geben.

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Diese unvollkommene Beschreibung wird ausreichen, wir hoffen es wenigstens, um die jeweilige Position der unzähligen Menhire zu verstehen, die den großen Cromleck von Rennes-les-Bains bilden.

Ein zweiter Cromleck, von einem kleineren Ausmaß, ist eingeschlossen in demjenigen, den wir versucht haben zu schildern. Ausgehend vom Weiler [Orig. hameau – vom gotischen haims – Flecken] von Cercle (Kreis, Zirkel) inmitten der Bergflanke, geht er durch l´Illéte bis zum Bach der Trinque-Bouteille, wendet sich dann zum Abhang des Serbairou, sich den Flüssen Blanque und Salz annähernd geht er weiter zurück durch Roukats, um gegenüber des Weilers von Cercle sein Ende zu finden, seinem Ausgangspunkt. Man könnte mit gutem Recht erstaunt sein, keinen Dolmen unter den keltischen Monumenten (Denkmalen) zu finden. Wir haben sieben [wieder] gefunden; fünf auf den Bergflanken des Serbairou und zwei an den Roukats. Der bemerkens- werteste ist gegenüber von Borde-neuve platziert, ganz nahe bei einem viereckigen Stein, äußerst ungewöhnlich ausbalanciert auf einem Felsen. Dieser Dolmen, der an seinem äußersten Ende geschlossen ist, bietet den Eindruck einer Grotte.

 
 

                                                             (Die zwei Bilder sind im Originalbuch separat eingeheftet und haben keine Seitennummerierung)

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IX

DIE HEILIGE MISTEL (1)

Die Behandlung von bestimmten Krankheiten durch die Gewässer der Redones war einfach zu leicht, um den Druiden nicht mehr vertraut zu sein. Die Druidische Wissenschaft umfasste die Kenntnis der Heilmittel im Zusammenhang mit ihrer Wirkungsweise, bezüglich der Gebrechen bei diesen vor Kraft strotzenden Männern (Menschen), und diese Bäder waren für sie ein wertvolles Mittel, deren sie sich gewiss mit Intelligenz bedienten. Dennoch wären die Bäder für die Druiden keine sehr gebräuchlichen Heilmittel gewesen, wenn man den Schriftstücken von Plinius (2) glauben schenken wollte,

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welcher in ihnen eine ziemlich geringfügige [wirksame] medizinische Wissenschaft annimmt, um (aber) zu glauben, dass allein die Mistel das Recht hätte alle menschlichen Krankheiten zu heilen, omnia sanatem (das alles heilende Wundermittel). (Orig.1) War die Mistel, die im Herzen des Winters ihre Blätter in einem dunklen Grün beibehält, während die Bäume die Blätter abwerfen, in den Augen der Druiden einfach das Symbol der Unsterblichkeit der Seele und des zukünftigen Lebens, oder besaß sie wirklich, ihrer Meinung nach, eine gewisse Wirksamkeit zur Heilung der Krankheiten? Ihr keltischer Name wird es uns lernen, indem er sehr gut die gewagten und eigenartigen Beurteilungen der lateinischen Autoren ablehnen wird.

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Diese Interpretation lässt die Mistel ihren heiligen (krönenden) Charakter verlieren, aber bewahrte ihre Kraft (Wirksamkeit), welche die Gallier in ihren Aufgüssen für die Heilung oder dem Schutz gegenüber dem Wechselfieber zuteilten.

Wir werden nicht mehr die vielleicht fehlerhafte medizinische Wissenschaft der Druiden untersuchen, wie sie das Wechselfieber mit dem erhaltenen klebrigen Likör behandelten, indem sie die Mistel lange im Wasser einweichen ließen; es reicht uns aus, zu sehen, dass diese berühmte Pflanze kein universelles Allheilmittel war, wie Plinius das behauptet, und das die Druiden bei einer besonderen Krankheit (auch) ein besonderes Heilmittel sehr gut anwenden konnten, indem sie die Mistel [Gui] bei dem Wechselfieber, den Bädern undanderen ebenso bei furchtbaren (gefährlichen) Krankheiten entgegensetzten.      

                                                                                                        

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