Jean Girou

L'itineraire en Terre d'Aude 1936

(Reisebeschreibung vom Land der Aude)

Quelle d. Übersetzung: © Jürg Caluori, Privatarchiv

  

Das Razès der Westgoten
Carcassonne - Saint Hilaire – Limous – Alet – Couiza - Rennes-le-Château - Rennes-les-Bains – Fourtou - Château d’Auriac – Pont d’Orbieu – Col du Paradis – Château d’Arques – Valmigère – Missègre – Buc – Saint Polycarpe – Ladern – Villefloure – Cazihac – Carcassonne

Das Razès, oder das Land von Rhedez, das « Pagus Rhédensis » der Lateiner, hat seinen Namen von der westgotischen Kapitale, der alten Stadt von Rhedae. Das Razès entspricht heute den Ländereien der Kantone von Couiza und von Quillan, einem Teil der Corbièren und von Mouthoumet und der ganzen Region nord-östlich von Limoux, das wie wir gesehen haben, Razès genannt wird.

Das ist in seinen großen Linien die Landschaft des Razès. Aber im Mittelalter hatte die Grafschaft Razès eine immense Ausdehnung; Land der Märkte und der Grenzen, reichte es vom Süden zum Norden, von Spanien bis zur Grafschaft Carcassonne, und vom Osten zum Westen von Termenés bis zur Grafschaft Foix. Diese Grafschaft unterteilte sich in diverse Sektoren, was noch mehr seine Wichtigkeit hervorhebt: Razès das eigentliche Pays du Sault, Donnezan, Capcir, Fenouillès, Corbières von Sournia, Tal von Agly, Schlossherrschaft von Pierre-Pertuse.
Das Zentrum dieser Landschaft von Rhedez war die Kapitale Rhedae, wo heute nicht mehr mal ein Stein davon übrig geblieben ist.
Rhedae oder Redde, Redae, Reddas, Réda, Rhéda (aber wir schreiben wie Thédulphe, einer der Absandten von Karl dem Grossen: Rhedae) war seinerzeit nicht weit weg vom heutigen kleinen Dorf Rennes-le-Château erbaut worden. Nach den lateinischen Autoren bedeutete diese „rollende Räder auf der Reise“. Rhedae erklärt also seinen Namen durch das Lager von Nomaden, die sich auf dem geräumigen Plateau niederließen, das leicht zu verteidigen war: zwischen dem rechten Ufer der Aude und dem Tal der Sals, eine natürliche Passage die, die Route der Pyrenäen nach Carcassonne überwachte. An dieser strategischen Kreuzung von militärischen Wegen, war zuerst ein militärisches Camp, dann wurde das Camp zu einer befestigten Stadt und dann zu einer organisierten Stadt. Die Reiseroute folgte der westgotischen Invasion, die Gebäude und die Infrastruktur der Westgoten zeigen die Rolle von Rhedae auf. Diese improvisierte Stadt hatte keine reale Bedeutung bis die Westgoten, anlässlich der Siege von Chlodwig, bis zum Fuße der Pyrenäen zurückgedrängt wurden. Nach der Schlacht von Vouillé, 507, war der Krieg im Aude und in den Corbièren angelangt. Die Armeen von Alarich wurden nach Spanien abgedrängt, aber die Westgoten konnten noch das Rousillon halten und einen Teil des Narbonnais; dieses neue Reich hatte als Hauptstadt Toledo und unsere Region Septimanie genannt hatte als Hauptort Narbonne und als militärischer Grenzort Carcassonne; das war das Ende der Dominanz der Westgoten in Gallien, die für die Bedeutung von Rhedae ausschlaggebend war. Hilperich regierte 583 über einem limitierten Terrain im Aude, von den Pyrenäen bis Carcassonne: der Fluss Axat bildete die Grenze und Rhedae wurde eine große befestigte Stadt, die über alle Verteidigungsanlagen und Befestigungen der Grenze herrschte.
Das waren einige Worte zur wenig bekannten Geschichte des Landes. die jedoch unabdingbar waren um die Hintergründe des Geschehens im Land von Rhédea zu verstehen.

 

Wir reisen auf der Route nach Saint-Hilaire; die Cité oberhalb der Vorstadt mit ihrer Befestigung; zeigt sich mit ihrer Silouhette in der Höhe; umgeben von schattenspendenden Pinien und Zypressenalleen; eine Kurve und die Cité liegt hinter uns. Man erreicht nun das Tal der Aude, sie fließt ruhig, aber ihr Kiesbett trägt die Spuren von Überschwemmungen und ist teilweise beschädigt; einige große Güter befinden sich auf dem Schwemmland der Aude; Mayrevielle wo der Enkel von J.P. Cros-Mayrevielle, der Retter der Cité, die Familientradition als Lokalhistoriker und Archäologe hochhält. Dann folgt die schöne Residenz von Auriac; man passiert dort nicht weit von Cavanac, dass sich eintönig an den Ausläufern der Corbièren ausbreitet; das kleine Dorf Cavanac wird von einer Domäne von reichen Weinbauern geprägt; die Seigneurie von Cavanac stammt aus dem IX. Jahrhundert; das jetzige Schloss ist eine schöne Liegenschaft mit einem Turm mit Wendeltreppe und einer geschmiedeten Eingangstür aus dem XVIII. Jahrhundert; oberhalb des Dorfes die romanische Kirche deren rechteckiger Turm in den Himmel ragt; nach Cavanac biegt man nach rechts ab, die Aude fließt am Fuße der Felswand des Château von Couffoulens und nach einem raschen Abstieg erreichen wir einen Zufluss zur Aude dem Lauquet. Leuc ist ein reiches Dorf, in einem liebenswerten und fruchtbaren Tal; die Domäne von Leuc , nach den Albigenserzügen wurde sie vom heiligen Ludwig an Raymond von Saverdun vergeben; das Château des Seigneurs datiert aus dem XIV. Jahrhundert, erbaut von Pierre de la Jugie, Erzbischof von Narbonne. Hier beginnen die Polykulturen, es gibt Wein aber auch Cerealien; das Razès beginnt bei Verzeille; Verzeille ist kokett, ein bisschen von der Durchgangstrasse weg, im Schatten seiner Plantanen; sein Ursprung kommt aus der alten gallo-römischen Zeit; hier fand man bei mehreren Grabungen, Urnen, Töpfereien, Medaillen, Vasen; nach dem Albigensersturm erbte die Abtei Lagrasse diese Ländereien und bewahrte sie bis zur Revolution. Weiter weg ist das Château von Pech wo der Graf Roger in einer unentschiedenen Schlacht sich an den heiligen Hilaire wandte, der dann zum Gründer und Wohltäter von der Abtei wurde. Der Lauqet mit seinen Wasserfällen zwischen den steilen Hängen führt uns bis Saint Hilaire und nachher zur Kreuzung mit der Strasse von Pomas die wiederum die Aude erreicht, das Dorf erscheint und seine Abtei präsentiert sich als Wache, sein rechteckiger Turm mit dem roten gemauerten Dach und einer Rosette und seinen Rundbogenfenstern; dem Korpus der Kirche mit seinen vorstehenden Stützsäulen und dem mächtigen Aussehen dominiert sie die Landschaft des Lauquet und zieht alle Aufmerksamkeit auf sich. Diese Benediktinerabtei ist von großem Interesse, sie ist sehr gut erhalten und stellt ein archäologisches Schmuckstück dar. Sie wurde 550 durch den heiligen Hilaire (Hillarius) gegründet, erster Bischof von Carcassonne, der in ihr begraben ist; dieses Monasterium gegründet auf Veranlassung des heiligen Santurin, Apostel des Languedoc, nahm bald den Namen seines Gründers an aufgrund der Verehrung durch die Bewohner die er genoss und aufgrund seiner Wundertaten. Im Jahr 970 legten hier der Graf Roger der Ältere und seine Frau Adélais das Gelübde ab, anlässlich der Überführung der Reliquien des heiligen Hilaire, gelobten sie sich an die Regel des heiligen Benedikts zu halten; anlässlich einer feierlichen Versammlung, vor mehreren Bischöfen und Äbten der Region, wurde der Körper des heiligen Hilaire exhumiert und auf dem Hauptaltar aufgebahrt, zwecks inbrünstiger Verehrung durch die Gläubigen; die Reliquien wurden dann in einem reich verzierten Sarkophag aus weißem Marmor gegraben, der mit reichhaltigen Skulpturen, die das Leben des Heiligen darstellen versehen ist. Dieses wertvolle Grab ist in der Kirche erhalten, es dient als Altar der rechten Seitenkapelle; es war während mehreren Jahrhunderten das Ziel von zahlreichen Pilgern. Roger der Ältere und Adélais, Wohltäter der Abtei, wurden in der Kirche begraben, in einem reich ausgestatteten Mausoleum, das jedoch vor dem XVI. Jahrhundert zerstört wurde anlässlich der Religionskriege; ein Grabstein, in der Nähe des Chors, bedeckte die Gebeine des ersten Grafen von Carcassonne. Vom XI. Jahrhundert bis zum XII. Jahrhundert erhielt die Abtei opulente Schenkungen; die Rechte weiteten sich auf die Dörfer von St.Hilaire, Gardie, Villebazy, Garrieu und die Schlösser von Pomas und von Pech; die Äbte dieses Monasterium besaßen zwei Kornmühlen auf dem Lauquet, zwei Mühlen auf der Aude, die Kirche St.Martin in Limoux, Häuser in dieser Stadt, Grundstücke in Crausses, Guinet, Benausse und Güter in Belvèze, Donazac, Salsigne, Salles, Cornèze; die Blütezeit dieses Benediktinerklosters wurde Mitte des XII. Jahrhunderts erreicht; Saint Hilaire besaß praktisch das ganze Razès. Wenn man zur Abtei hochsteigt kommt man vor einem kleinen Garten vorbei, wo ein monumentales Kreuz einem seinen Segen gibt; große Pinien als Schattenspender befinden sich zu beiden Seiten des Christus und dienen ihm fromm als Baldachin; man tritt ins Kloster ein, dass sofort einen klösterlichen Eindruck von Ruhe und Ordnung vermittelt. Das Kloster wurde im weitläufigen Innenhof des Konvents erbaut wo sich die vier Hauptgebäude des Monasterium befinden: Die Abteikirche, das Haus des Abtes, die Unterkunft der Mönche und die Depéndance des Konvents; wenige Architekten hätten das Problem lösen können, auf einem unregelmäßigen Trapez ein Monument mit regelmäßiger und harmonischer Wirkung zu erbauen; die Lösung bestand darin, jede der vier Seiten des Kloster mit unterschiedlicher Anzahl von Bögen ; man zählt zwölf auf jeder der kleineren Seiten und sechzehn auf den größeren Seiten: 56 Arkadenbögen bilden dieses harmonische Gewölbe, das bemerkenswert gut erhalten ist.; die Kapitell sind doppelt und ruhen auf einer Doppelsäule; diese Steinsäulen zeigen Skulpturen aus dem XIV. Jahrhundert: Kräftige Laubmuster, apokalyptische Tiere, Möchsköpfe; an jeder der vier Ecken des Klosters steht ein Strebebogen in der Diagonale des Bauwerks; die Gallerien sind mit einem einfachen Dachgebälk aus Holz gedeckt und passen farblich gut zum warmen Ton des hiesigen Sandsteins; die Farbe des Steins hat sich in ganzer Frische erhalten und die Jahrhunderte sind spurlos vorbeigegangen. In diesem Kloster erholten sich die Mönche. Gegenüber dem Eingang zum Pfarrhaus sieht man auf dem Sockel des Innenhofes des Klosters ein Schachbrett, in den Stein gemeißelt, kurioses Zeugnis wie man sich im Kloster zerstreute. Man muss nun noch das alte Refektorium besuchen, wo es einen großen Logenstuhl gibt, der in die Wand eingelassen ist und von einem Gewölbe mit sehr feinen Rippen überdeckt wird.
Der Kapitelsaal, der heute der Salon des Pfarrhauses ist, war der des Abt-Hauses: Die Decke als Hintergrund für eine Symetrie von weiß, grün und rot; allegorische Motive, Lilien, Schilder, Jungfrauen, Heilige; diese Malereien sind aus dem XVI und XVII Jahrhundert; auf den Mauern des Salons die Wappen der 55 Äbte die, die Pfarrei administrierten; Einer von ihnen << Tragisches Andenken >> wurde lebend begraben!

Die Kirche ist im Norden des Klosters, ganz aus schönen Steinen in warmen Tönen, gehauen aus ockerfarbigem Sandstein, sie hat die Form eines lateinischen Kreuzes; sie besteht aus der Apsis, dem Querschiff, dem Längsschiff, das durch zwei Traversen gebildet wird, jede wird durch das Überkreuzen von zwei Bögen gebildet, deren Ende auf Kapitellen ruhen, die mit Köpfen mit speziellen grimassenhaften Zügen verziert sind; die dritte Traverse fehlt, wo die Haupteingangstüre hätte sein sollen, sich zu einer Vorhalle hin öffnend, überragt von einem rechteckigen Turm; die Kirche wurde nie fertiggestellt. Der nördliche Teil des Längsschiffes beherbergt die Kapelle der Jungfrau, wo ein alter spanischer Altaraufsatz glänzt der von der Pfarrkirche von Salles stammt; im Südteil des Hauptschiffes gibt es zwei Kapellen, eine ist dem heiligen Joseph geweiht (man bemerke ein schönes Gemälde von Gamelin, Vater), und die anderem Saint Hilaire wo sich das berühmte Grab des Heiligen befindet; der Altar dieser Kapelle wird gebildet durch das alte Grab vom heiligen Santorin, erster Patron des Monasteriums; dieser Sarkophag aus Marmor, ein wahres Juwel mit seinen Skulpuren aus dem X Jahrhundert, war in den Garten des Pfarrhauses verbracht worden, nachdem er während Jahrhunderten sehr verehrt wurde und hat nun wieder einen Ehrenplatz erhalten; Dieser Block aus weißem Marmor hat ein Hoch-Relief: Rechts halten zwei Heiden aus Toulouse den heiligen Bischof an, seine Freunde verlassen und verleugnen ihn; bei dieser Szene sind merkwürdigerweise auch Frauen anwesend in einem Fester eines Hauses; der Geist des Bösen wird unten dargestellt durch zwei Sklavenköpfe; auf der linken Seite sieht man die Martyrien des heiligen Santorin: der heilige ist an die Hufe eines wilden Stiers gebunden der blindwütig umherspringt. Auf dem linken Seitenteil wird der Heilige empor getragen durch die frommen Hände von Frauen, seine Seele verlässt ihn mit dem Aussehen eines nackten Kindes; zwei heilige Frauen lösen die Seele. Auf der rechten Seitenfläche die banalere Szene einer Priesterweihe.

Dieses Kunstwerk, realistisch und gleichzeitig naiv ist durch seine energische und ausdruckstarke Ausarbeitung einzigartig; das ist das älteste Monument das wir in unserer Region haben, man schreibt es dem 10. Jahrhundert zu, wo es während der Administration des Abtes Benoît I`er, durch Graf Roger dem Älteren die Reliquien des heiligen Hilaire glorifizierte. Nahe bei dieser Kapelle enthalten zwei Reliquienschreine Knochenfragmente von heiligen Hilaire. Den Kirchenschatz, den man im Pfarrhaus sehen kann enthält zwei liturgische Kämme, einer ist aus Elfenbein und der andere aus Holz; der Liturgiekamm aus Elfenbein ist aus dem VI. Jahrhundert; es könnte also durchaus sein, dass in der heilige Hilaire gebraucht hat, um seinen Bart zu kämmen. Das bemerkenswerteste Stück ist das famose Elfenbeinkreuz des Bischofs Hilaire aus dem V Jahrhundert; es wurde im XIV. Jahrhundert restauriert und mit Emaildekor versehen; das Museum von Cluny hat kein Objekt das so wertvoll ist; der Schaft dieses Kreuzes ist aus sechzehn runden Elfenbeinstücken gemacht, die Einzelteile sind miteinander durch ein Holzteil verbunden, vier von diesen vier Scheiben sind mit Blätterwerk und Pflanzenornamenten graviert; drei andere tragen auf ihrem roten und blauen Email die Wappen des heiligen Hilaire; ornamentiert mit Vögeln und Lilien; die neun anderen sind weniger ornamentiert; ein Ball aus Elfenbein trennt den Schaft vom Kreuzarm; der Kreuzarm biegt sich zum Schnörkel und setzt sich aus elf eckigen Stücken aus Elfenbein zusammen; der äußerste Teil ist aus Ebenholz; das innere des Schnörkels scheint mit ziselierten Ornamenten, realistischen Blumen ausgehend vom Schaft des Elfenbeins; der Punkt des Kreuzes ist mit gefälligen Kreislinien versehen und zeigt zwei Köpfe, der eine Grimassen schneidend, der andere lächelnd: die Traurigkeit und die Freude und um das Kreuz rum kann man den engelhaften Gruß in Goldbuchstaben lesen: „Ave Maria gracia plena dominus tecum“. Die Länge dieses wertvollen Objekts, das einmalig auf der Welt ist, beträgt 1m80. So präsentiert sich also der Schatz der Benediktiner Abteil am Ufer des Lauquet. Saint-Hillaire müsste eigentlich so berühmt sein wie die Kirche und der Schatz von Conques; aber wir sind im unbekannten Aude!

Man verlässt Saint-Hilaire auf einer Strasse am Hang, wo ein fruchtiger Wein wächst der zum berühmten Blanquette werden wird, die gut sichtbaren Hügel sind entfernte Ausläufer der Corbièren die ihre trockenen Silhouetten vor einem mediteranen Himmel entfalten: links ist das heitere Tal von Lauquet, das aufsteigt nach Ladern oder Lutrin, berühmt geworden durch Achille Mir, den Dichter des Aude, und weiter gegen Molière und die Abtei von Rieunette, wo romantische Ruinen bewacht von Zypressen vom Efeu überwuchert werden. Aber wir gehen heute nicht nach Tarize sonder wir gehen nach Limoux; wir erklimmen eine schroffe Höhe, und von dieser Gegend des Brachlandes, wohlriechenden Kräutern, von Thymian und Lavendel rollen wir eine steinige Schlucht hinab, wo Pinien die Wärme bewahren; dann steigt die Strasse wieder an und man passiert Hügel um Hügel, sonnenverbrannt, trocken, karg ohne andere Vegetation als dornigen Stechginster, der das Land wie ein goldiger Hut überwuchert; nachdem man diese Kreten (Bergketten) überwunden hat, die das Tal des Lauquet und das Tal der Aude trennen, und einigen schnellen und lebhaften Kurven erreicht man Pieusse, das auf einem kleinen Plateau liegt und die Aude beherrscht: Es ist bekannt für seinen Wein, seine Pfirsiche, seine Pflaumen, seine Geschichte und…Details. Die Seigneurie von Pieusse gehörte Raymond Roger, Graf von Foix, der Bruder der berühmten Esclarmonde, die sich ich in Fanjeaux feierlich zur Parfaite weihen ließ; in Pieusse fand einst eine große Katharerversamlung statt; die größten Albingeser-Namen hatten sich unter dem Präsidium des Bischofs Toulouse hier eingefunden, Guillabert von Catres; diese Versammlung mit mehr als hundert Parfaits wählte feierlich Benoit de Termes und nach Auflegung der Hände und dem Consolamentum wurde Benoît zum außerordentlichen heiligen Bischof des Razès gewählt; nach der Weihung verehrten ihn alle Reinen, wie es üblich war. 
Der Sohn des Grafen von Foix, Roger Bernard, zedierte 1299 sein Lehen dem König, dem heiligen Ludwig, der es an den Erzbischof von Narbonne weitergab: Das Dorf war befestigt, die Festung beherrschte den Fluss der am Felsen vorbeifließt auf dem sich die Festungsmauern erheben. Die gotische Kirche verdient den Besuch wegen ihrer Apsis mit 5 Mauern, mit hohen Festern mit Fensterpfosten; das Gewölbe des Vorhofs ist von einer eleganten und reichen Architektur. Unterhalb, in den Weinbergen am Ufer der Aude, erhebt sich ein Steinaltar: ein Oratorium aus dem XV. Jahrhundert der die archäologischen Relikte eines Monolithen gekrönt von einem Steinkreuz bewacht: Vier Säulen tragen ein Gewölbe mit Rippen, wie einen Baldachin; dieses heilige Monument hat eine aussergewöhnliche Lage, mitten im freien Feld erweckt den Eindruck von bewegender Einfachheit.
Nach Pieusse, unter seinen schattenspendenden Pinien, beherrscht das Plateau eines Hügels die Aude; ein ländliches Heiligtum erhebt sich hier: Notre-Dame de Marceille. Dieser Kult einer antiken schwarzen Madonna kann auf das XI Jahrhundert zurückgehen, als die Äbte von Saint-Hilare die Kapelle errichteten als Zwischenstation zwischen der Abtei und Limoux; dieser Frömmigkeitskult ist sehr populär im Aude und viele Pilger der Departemente Herault, Toulouse, Ariège kommen um zur Madonna zu beten und auf der Terrasse, die die Aude überragt und wo man ein liebenswürdiges Panorama genießen kann, zu essen; die bedeutendste Pilgerfahrt ist diejenige vom 10. September. Die schwarze Madonna empfängt die betenden Pilger und erhält zahlreiche Ehrungen und Gaben; die Ex-Votos (Gedenk/-Weihesteine/-Tafeln) sind zahlreich; Kreuze, Stöcke, Epauletten, würdevolle naive Gemälde des Zöllners Rousseau; goldige Silberne Schmuckstücke, bescheidene Dekorationen, Gipsstücke die der Madonna danken; oberhalb der Nische; Ein Gemälde, von der dankbaren Gemeinde Limoux geschenkt, die beim Brand von 1685 gerettet wurde.
Nicht weit davon, auf halber Höhe, entspringt eine Quelle, der man wundertätige Kräfte zumisst. André Chènier ging hierhin als er ein Kind war, süßes Asyl, wo man außerhalb der Pilgertage Erholung, Ruhe und Frieden findet. Am Fuß des Hügels breitet sich sanft die Ebene von Flacian aus; die ersten Häuser von Limoux erscheinen und im Hintergrund das Vorgebirge der Pyrenäen, karg und mit Ginster überwachsen und im Norden fällt das Tal der Aude nach Cépie ab. 
Wir brechen wieder auf und durchqueren Limoux, das wir im folgenden Kapitel besuchen werden. Wir müssen uns beeilen, wir folgen der Aude bergwärts, das Tal verengt sich, wir kommen in eine Bergregion: schroffe Bergkuppen, kahles Land mit grünen Eichen. Dann öffnet sich die Schlucht zur lieblichen Landschaft von Alet. Alet ist vor allem, als alte Bischofsstadt und heutzutage als Badeort bekannt. Die Geschichte seines Landbischofs wird illustriert durch Nicolas Pavillon, der jansenitisches Verhalten an den Tag legte, und im hohen XVII. Jahrhundert, während des theologischen Dramas von Port Royal, es sich erlaubte, dem Parlament, den Jesuiten, dem König und selbst dem Papst die Stirn zu bieten; die sittenstrenge Tugend und Bescheidenheit dieses Priesters hätten ihn auf alle kirchlichen Ehren und Würden verzichten lassen; er wollte –in seiner Bescheidenheit- Pfarrer seines Dorfes werden; Richelieu dagegen autoritär wie er war, ernannte ihn zum Bischof und sandte in nach Alet. Dieses Dorf mit seinem heimeligen und bescheidenen Charakter gefiel ihm; indem er diesen Posten annahm, lebte Gottgefällig und starb nach 38 Jahren seines Episkopats, am 8. Dezember 1677; sein Andenken ist immer noch lebendig unter den Bewohnern von Alet. Sainte Beuve hat in schönen Worten das Leben des bekannten und tugendhaften Prälaten festgehalten. Die Diözese von Alet erlebte 1577 wen wahre Tragödie; die Zerstörung der Kathedrale, die eines der ehrwürdigsten Schmuckstücke zusammen mit der Kirche des Thronfolgers von Saint-Paul-Trois-Châteaux unserer Archäologie ist; diese Kathedrale, im XII. Jahrhundert erbaut auf noch älteren Fundamenten der ursprünglichen Kirche die aus dem IX. Jahrhundert stammte, ist ein wunderbares Monument; bis zu den Fenstern ist es die Basis der Urkirche, darüber romanischer Stil in reinster Ausprägung aber mit einer Inspiration von antiker Kunst von Griechenland und von Rom, mit allerschönsten korinthischen Kapitellen, dann ein spitzbogenförmiger Chor mit wertvollen Ornamenten aus dem XVI. Jahrhundert. Diese Kirche war eine harmonische Synthese von romanischer und gotischer Kunst, aber der Sturm des Religionskrieges hat sie 1577 zerstört; die Protestanten in ihrem fanatischen Vandalismus verwüsteten die Kirche und mit einer brutalen Gottlosigkeit demolierten sie sie; die Kathedrale ist heute eine herrliche Ruine; das Gewölbe teilweise eingestürzt, mehrere Säulen sind zerstört, Motive abgemeißelt, die Mauern haben Breschen. In einem kleinen Friedhof der wie als Vorhof vor den imposanten Ruinen wirkt, erhebt sich ein geköpfter Turm, er wirkt wie ein Kreuz; dass Langschiff das ein volles Kreuzgewölbe hatte zeigt seine architektonische Konzeption: zwei Reihen Säulen trennten das zentrale Schiff von den Nebenschiffen ab; der Stein hat eine kalkfarbige Ockerpatina angenommen, die Patina der Zeit hat die Kapitelle überzogen; die Ornamente sind von großem Interesse: Menschliche Figuren, bizarre Tiere, verschlungene Blätterranken; im Innern war die Dekoration inspiriert von Korinthischen Formen der Antike; die Apsis ist der besterhaltene Teil der Anlage, gebildet aus 5 Mauern hat sie fünf Nischen mit Gewölben die zusammen ein schönes Ganzes bilden. Der romanische Stil und der gotische Stil sind hier, wie in St.Nazaire, harmonisch adaptiert; die Franzosen des Midi und die Nordfranzosen haben hier ihr Werk in Stein hinterlassen und jeder hat seinen Stil eingebracht und seine Vorstellung von Schönheit.
Überall liegen Trümmer herum, was die Aura der Tristesse gegenüber der alten Herrlichkeit noch verstärkt; es wuchern Brombeeren, Heckenrosen, wilde Blumen, das erzeugt eine große Melancholie; nebenan eine bescheidene Kirche aus dem XIV. Jahrhundert, mit einem schönen Eingangsportal; in dieser Gemeindekirche übte Pavillon sein Amt aus.
Um die tragischen Ereignisse um diese Ruinen zu verstehen, muss man diese kleine Stadt Alet besichtigen; sie hat einen altmodischen Charme ihren Gassen, ihren alten Häusern, wertvoll durch ihre Erker; Feigenbäume, Weinranken, Rosensträucher überall, der Weg ist süß, ruhig und blumig. Alet hat einen religiösen Charakter bewahrt und scheint ein Ort der Erholung zu sein, dargestellt durch ein Dankfest; keine Industrie, die Hutindustrie ist nicht bis hierher gekommen; die sommerliche Stadt und der Badeort am Ufer der beschatteten Aude bei der Hauptstrasse; die Wasser von Alet würden es verdienen bekannter zu sein und ihre lokale Reputation auszuweiten; ihre große Heilwirkung haben sie gegen Störungen im Verdauungsapparat und im Nervensystem; fünf kohlehaltigen Quellen entspringen in diesem Badeort wo der Küchenmeister Rémédy eine Küche nach Auswahl zubereitet.
Ein anderes Opfer der Religionskriege ist ein wenig weiter weg, das Schluss von Couiza. Man folgt der Aude bergwärts, von Alet nach Couiza auf einer engen und wilden Strasse, schroffe Abhänge zwischen den Felsen; nur eine Mühle zeugt von Leben in diesem Land. Das Schloss von Couia liegt wie ein Kuchen am Ufer der Aude: Eine schöne Konstruktion aus der Renaissance; die Außenfassaden sind von einem strengen Stil und bilden ein Viereck, die vier Ecken mit je einem robusten Turm: Diese Einheit mit den vier Türmen gibt dem Ganzen einen imposanten Eindruck. Das Innere ist graziler, offener; der Eindruck einer Festung wandelt sich in den Eindruck eines Renaissance Hofes; dieser Ehrenhof spiegelt sich überall, vor allem bei der Eingangsfassade, bei den schönen Fensterfassungen mit verzierten Pilastern, runden ionischen Säulen und schlussendlich beim obersten Stockwert mit korinthischen Kapitellen; Friese mit Ranken und Arabesken krönen als Abschluss jede Etage; die anderen Fassaden sind einfacher; eine monumentale Treppe führt zur ersten und zweiten Etage; die Säle sind geräumig mit Decken à la français und haben schöne Kamine aus Sandstein der Region. Dieses Schloss wurde durch Guillaume von Joyeuse errichtet, dem berühmten Ligist, Vizegraf und Seigneur von Saint-Didier-de-Puivert, von Arques und von Couiza, Marschall von Alet, Ritter des Ordens des heiligen Michaels und vom Heiligen Geist, Generalleutnant der Regierung des Languedoc; dieser grosse Seigneur vereinte zwei illustere Familien; die Voisin und die Joyeuse. Nicolas Bachelier, der Konstrukteur des Hotel Assezat in Toulouse, war vermutlich sein Architekt; nach den Joyeuse waren die Guise Besitzer des Château; aktuell ist eine Firma drin, Büro und Magazine sind in den Sälen untergebracht.
Couiza ist im Zentrum eines kleinen Tales, heiter und fruchtbar gut geschützt durch die hohen Vorgebirge am Ufer der Aude, die hier lebhaft ist und viele Forellen hat; eine alte Steinbrücke aus dem XII Jahrhundert überquert den Fluss, eine neuere Brücke bietet der Industrie eine bessere Erreichbarkeit. Couiza ist vor allem eine Industriestadt, durch die Hutfabrikation, Sandalenfabriken und es gibt auch eine Fabrik für weissen Gips. Auf der anderen Seite der Aude dominiert das Château von Montazels das Tal; es ist Teil der Verteidungsanlagen des oberen Audetals; diese Linie war in nächster Nähe zur Grenze gegen die Franken, Herrscher von Toulouse; sie wurde durch die westgotischen Schlösser von Alairac, Rouffiac, Cépie, Cournarnel, Roquetaillade, Antugnac und Brenac gebildet.

Wir sind im Herzen des Westgotenlandes, es bleibt uns noch, die Hauptstadt des Razès zu besuchen, das alte Rédé, Rhedae. Am Ausgang von Couiza steigt eine Strasse lebendig nach links, es ist der Chemin de Rennes-le-Chateau; am Halt an der Hochebene zeigt sich eine einzigartige Dekoration: verfallene Häuser, ein Abgehalftertes Adelsschloss, was auf dem Kalkfelsen ruht, dazu Villas, Verandatürme, neu und modern, die befremdlich mit des Ruinen kontrastieren: Es ist das Haus eines Pfarrers, der diese anspruchsvollen Gebäude errrichten ließ, mit dem Geld aus einem gefundenen Schatz, sagen die Landbewohner!". Sie veranlasst einen zum Anstieg, die wunderbare Aussichtsplattform des Rzes. Die Strasse erklettert eine Rampe, oberhalb der Sals; auf der anderen Seite tauchen die Ruinen des Schlosses von Coustaussa auf und schneiden einen mittelalterlichen Hintergrundschmuck in den Himmel; die Ländereien und Brachen durchquerend steigt man an bis zum Gipfel. Aprupt zeigen sich die Horizonte und der kahle Schädel des Bugarach, das Panorama breitet sich aus, glänzend und unterschiedlich: Am mittäglich-südlichen Fuß des Ortes breitet sich ein schroffes Plateau aus, es ist, dort wo die Westgoten eine Stadt mit 30.000 Einwohnern errichtet hatten, die Hauptstadt des ganzen Landes von Rhedez oder Razes; welches dem Boden gleichgemacht wurde im Jahre 1170 durch die Truppen des Königs von Aragon. Vor den großen verlassenen Flächen dieses Plateaus ist es schwierig sich eine Stadt im Geiste vorzustellen, die im VI Jahrhundert eine Wichtigkeit besaß, beachtlich größer als Carcassonne; alle Spuren sind auf diesem Plateau verschwunden, getragen von dem felsigen Grat eingeschnitten bis zum Gipfel, wie eine Wehrmauer, über den Tälern. Dennoch war Rheda zu dieser Zeit eine der Bischofsstädte von Septimanien; nachdem er dem Arianismus abgeschworen hatte, konnte Reccared nicht verhindern, dass der Bischof von Carcassonne nach Rheda umgesetzt wurde. Nach dem Konzil von Narbonne im Jahre 788 wurde Rheda Hauptort der Diözese (diese Wendung hat man den Römern entliehen die so einen Abschnitt einer Provinz bezeichneten), ein Bischof wurde eingesetzt und dem Erzbischof von Narbonne angeschlossen, dem Primat aller Franzosen.

In jedem Fall blieb bis heute nichts anderes übrig als eine .... glänzende Aussicht. Unten, im Tal der Aude, sind die langen und roten Dächer von Esperaza wo sie die Hüte fabrizieren; man erkennt Fa an seinem westgotischen Turm, dann die sich verlierenden Ortscjaften, bis zu den Bergen von Chalabre und zum Land der Sault Südlich und westlich befindet sich das Hochtal der Aude, mit seinem Wald von Fanges, der seinen ganzen dunklen Schmuck aus Tannen bezieht, die Aude mit ihren Verzweigungen und ihren bis zum Gipfel geschnittenen Schluchten, der durch den Carcanet bis nach Cerdagne ansteigt; im Osten das Salstal gekrönt von den Ruinen von Coustaussa, von Blanchefort, und den entblößten Wirbeln vom Bugarach; im Norden und unten Couiza und das Chateau der Joyeuse, das Gutshaus von Montazels, die wohlriechenden Hügel von Alet und von Limoux, und in dr Ferne, die gebläute Linie des verlängerten Bergrückens der Montagne Noire.

Wir schreiten hinab nach Couiza, und nehmen die Strasse nach Rennes-les-Bains. Um die Physionomie dieser Täler richtig zu deuten, muss man verstehen, das zu der Feudalzeit jedes Tal einen Ausgang hatte, der von einer befestigten Burg bewacht wurde; dieses Salztal war die militärische Verbindung der Burg von Termes zur Zitadelle von Puivert, das war eine Linie von Ausguckposten nach Spanien. Die Strasse steigt das Salztal hinab und passiert die feudalen Reste des Chateaus von Coustaussa, dass den Ausgang bewacht, der mit der Aude verbindet. In 6 Kilometern überspannt eine Brücke die Sals, die von Rennes zu ihrem Zusammenfluss mit der Rialses herabkommt.

Wir steigen erneut den Lauf der Sals hinauf, einen Kalkigen Engpass zwischen felsigen Nadeln, bald zeichnen sich die ruinierten Mauern des Chateau von Blanchefort im Himmel ab.

Und schon sind wir in Rennes-les-Bains.

Rennes ist eine hübsche Station am Fuße der Corbieres, am Ufer der schattigen und heiteren Ufer der Sals; die Wiesen, die Eichenwälder, die Bäche geben einen Eindruck von Frische, von Ruhe; dieser kleine Badeort verdankt sein vielbesuchtes Dasein der hydromineralischen Vielfalt und der Reichhaltigkeit. Die Wasser sind hyperthermal, temperiert und algenfrei, sie gewinnen ihr Salz aus der Höhe der Quelle der Sals und ihr Eisen aus dem Primär-Kern von Mouthoumet; vier Quellen: Weiches Bad, Bad der Königin, Marienquelle, starkes Bad, beliefern die Einrichtungen der Station: die warmen salzigen Wasser sind extrem wirksam gegen Rheuma, gegen Schmerz, gegen Neurosen und Arthritis; die kalten eisenhaltigen Quellen finden ihre Indikation zum Trinken, bei Anämien und Überarbeitung. Rennes-les-Bains kann, mit gleichem Recht wie Salies-du-Salat oder Bearn, die Wasser der Sals (30 gr. pro Liter) verwenden, um osteoartikuläre Tuberkulose und gynäkologische Beschwerden lindern, aber es würde eine Einrichtung brauchen, die nicht mehr existiert. Historische Erinnerungen verbinden sich mit Rennes, bekannt bei den Kelten und den Römern, sind diese Bäder vielleicht die ältesten des Midi; die Königin Blanche machte hier eine Kur, um ihre Beschwerden zu bekämpfen; Sie wurde Königin von Kastilien durch ihre Vermählung mit Peter, dem Grausamen. Sie lebte in der Burg von Peyrepertuse und Dank ihrer Pflege in Rennes, brach sie geheilt wieder auf und gab ihren Namen einer der Quellen dieser Station.

Die Wasser von Rennes sind von der berühmten Fakultät der Medizin von Montpellier empfohlen worden, im Mittelalter und in der Renaissance. Rabelais hielt sich hier im Jahre 1560 einige Zeit auf.

Nach Rennes-les-Bains laden uns zwei Strassen ein, die eine steigt die Blanque nach Bugarach hinauf, die andere den Lauf der Sals nach Sougraigne, diese nahmen wir. Durch ihre Kurven erhebt sich die Strasse schnell und klettert die waldigen Berge von Fourtou an und wir erreichten den Gipfel.

Fourtou, einst ein befestigter Platz, unterstand der Abtei von Lagrasse; die Strasse setzt sich fort und man wechselt zum Abhang: Wasserfälle, ein Bach, die salzigen Quellen der Sals, die am Fuße eines Felsen entspringen; seit alter Zeit kommen die Einwohner, um Wasser zu holen. Durch Verdunstung wird das Salz gewonnen und damit Handel getrieben unter der Aufsicht der Salzsteuerbeamten, die diesen Verkehr regelten. Die Reste eines Geländers bezeugen; dass das Wasser mit einem heilwirksamen Salzgehalt ausgestattet ist (es enthält 30 gr. pro Liter).

Von Fourtou steigen wir hinab nach Savignan, wir purzeln förmlich wie die Orbieu einige großen Serpentinen durch das Land hinab; die Wasserfälle prallen auf die Wälder und uns bei Durchkämmen, das uns bis zu den Ruinen des Schlosses von Auriac führt. Ein kleines Dorf sucht sich Schutz, in einem feudalen Sinne, gegen die Ruinen der alten Burg; auf einem schroffen Felsen heben sich seine mächtigen überhängenden Mauern ab, im Osten ist ein Abgrund, wo sich ein Wasserfall ergießt, der höchste der Corbieres, der sich in drei Sprüngen nach unten in die Orbieu stürzt. Das Schloss wurde im X Jahrhundert errichtet, verkauft von Rengarde, Gräfin von Carcasonne, an Raymond, Graf von Barcelona; der berühmte Bernhard Alton vollzog seine Huldigung, im Jahre 1121 an Richard, Erzbischof von Narbonne, mit den Ländern von Auriac; das Schloss wurde komplett im XV Jahrhundert restauriert, als Wächter der spanischen Grenze. Der Pass von la Redoulade würde uns, durch Soulatge, ins Fenouillet führen, durch die Schlucht von Galamus, aber das wäre das Programm einer weiteren Exkursion. Kehren wir zurück zu unserer Strecke, und nehmen uns wieder den Lauf der Orbieu vor nach Grave, bis zur Brücke der Orbieu, ein wahres Drehkreuz des Corbiere, eine Kreuzung der Wege Couiza-Narbonne und Lagrasse-Galamus.

Wir wählen die linke Strecke und steigen auf Albieres, über die weissen Corbieres; aber, am Gipfel des Bergs taucht die Waldlinie auf, schwarz und grün, und hebt sich ab vor dem Horizont, wo ein Einschnitt der dunklen Waldmasse den col du Paradis anzeigt. Wir treten wieder in den Wald ein, ein unerwarteter und schneller Hintergrundwechsel; ein Wald aus Buchen und Tannen, jede Sorte, mehrfach zusammenstehend vorhanden, schafft im Wald ein Schachbrett von nuancierten Tönen, vom klaren Jade-Grün, bis zum dunklen Kobalt-Blau; die Bäche stürzen in die Schlucht um die Rialses zu versorgen, die dort ihre Quelle fand; das Panorama im Abendhimmel ist grandios, die Höhe sind mühevolle 600 Meter, und von dieser ersten Fläche mit Tannen sieht man die gitterartige Flucht der Gebirge von Rennes, von Alet und vom hinteren Teil des Kerkorb, es ist dank des Abendhimmels, der diese Vision schaffte; der Pass entspricht der Idealdefinition eines Passes, d.h. die Landschaft urplötzlich auszuwechseln und in eine andere zu verwandeln; man durchschreitet einen Tunnel des Grünen im der Schatten der Tanne ... und man kommt nach Westen.

Die Strasse fällt lebhaft abwärts: Spitze Kehren, die in den Gesimsen hängen, auf den Steilhängen; auf die scharlachrote Erde, wie ein Wappen, die Arques und seinem Schloss angehängt ist. Eine empfehlenswerte Exkursion zu Fuß wäre de Zedernwald des Rialses, eine Schönheit und Besonderheit unter den Wäldern, einzigartig in Frankreich; der Aufstieg zum Pech Cardou, der sein felsigen Sporn oberhalb von Serres erhebt, am Zusammenfluss der Sals und des Rialses, gibt dieser Gegend, ohnehin pittoresk, das schönste Panorama (eine Stunde Marsch, bis auf den Gipfel). Gegenüber der waldigen Berge von Fourtou, ist das Corbieres nackt und wüst, kleidet seine kahlgewordene Masse, wo rote und schluchtdurchzogene Länder mit nicht mehr befestigt sind als durch Buchsbaum-Brachen, Ginster und Thymian. Und wir kommen nach Arques.

Die französische Familie der de Voisins richtete sich, nach der Eroberung der Albingeser, in den meridionalen Ländern ein und prosperierte; Arques wurde Baronnie; Gil de Voisins begann zu bauen, bis zum Ende von 1284, das mächtige Schloss von Arques und der Donjon ist ein Beispiel der Militärarchitektur der Epoche, wo zum Glück die gotische Kunst angewendet wurde, herrlicher viereckiger Turm in schönem Sandstein von einer Höhe von 24 Metern auf einer Grundläche von 12,50 m auf 13 m. Die Mauern haben eine Dicke von2 Metern und drei Etagen über dem Erdgeschoss. Dieses robuste Herrenhaus, von vier Ecktürmchen flankiert auf den Auskragungen des Gesimmses, vermittelt einen Eindruck von Stärke und Eleganz; die Gebäude, Herrschaftshaus, Justizsaal, Gesinde, Gefängnisse, Wehrmauern, Kirche, sind um das Fort herumgebaut worden, das Ensemble wurde nicht vor 1310 durch Gilles II, seinen Sohn, vollendet.

In mitten des Dorfes Arques kann man, mit einem Spiralförmig gewendeten Weg die Corbieres-Wand angehen, die la Ferronmiere genannt wird, sehr reich an Mangan; der Aufstieg ist grob, beim Durchschreiten der mageren und fahlgelben Berge, die ins Audetal fallen. Valmigere ist unsere erste Etappe der Rückfahrt. Der Name dieses Ortes ist auch de einer der Besten Schriftsteller im Audetal, Pierre Valmigere.
Die lange Strasse folgt bis in den Wald von Ournes, danach steigt man in das grüne Tal des Missegre hinab. Aufs neue duirchstreifen wir die Berge, deren komplizierte Grate sich vermischen und kreuzen, grobes Land der Wälder und Flächen; Land von Villardebelle. Wir folgen einem kleinen Tal, dass sich zwischen den die kahlen Berge und kalkigen Bergrücken hindurchschlängelt; rote Erde wie das Blut, wild und arm, aber mit sauberen und kernigen Linien. Seine Dörfer erinnern an das Kräftespiel, damals, als sie errichtet wurden, ängstlich und verschlossen, auf den felsigen Haken, auch Belcastel et Buc; der enorme befestigte Turm von Belcastel bestimmt noch immer die ganze Gegend. Das Tal öffnet sich auf Saint Polycarpe, eine unerwartete Ansicht dieser Wehrkirche, die in dem einsamen Tal auftaucht.
Die Abtei von St. Polycarpe war - um genau zu sein - eine ausgelagerte Priorei zwischen den Abteien von Alet, Lagrasse und Saint Hilaire; auf dem armen und kleinen Gelände legten die religiösen Klostermänner Wert auf die Entwicklung der Moral und des materiellen Wohlergehens der Bewohner dieser fast wilden Gegend. Als wahre Kolonisten gründeten sie Gaja, Malras, Luc-sur-Aude, Terroles; gegen sechs Jh, bis 1773, dem Datum der Aufgabe des Konvents, das Kloster war erprobt, es zum Guten zu wenden und gegen die benachbarten Herrschaften zu streiten, die seine Länder ergreifen wollten. Es bestehen noch heute einige Reste von Gebäuden die an das Vergangene erinnern. Bögen von den Klostergängen; die Kirche, deren Vorhalle überbaut ist von einem viereckigen Turm und einem pyramidenförmigen Dach, wurde Pfarrkirche des kleinen Dörfchens St. Polycarpe. Nicht weit kann man die Ruinen des Chateaus von Arce sehen, der benachbarten Herrschaft und furchterregend für die kleine Abtei. Durch Villars-Saint-Anselme und seine kultivierten Ufer erreicht man Saint Hilaire; wir machen uns auf, den pittoresken Lauf der Lauquette wieder hinaufzusteigen, bis nach Villefloure; ein kleiner Umweg erlaubt uns Ladern zu besuchen, berühmt durch le Lutrin d'Achille Mir; durch ein kleines Tal erreichen wir die fruchtbaren Gründe von Villefloure. Dioe Schichten eines dicken Turms zeigen uns seine feudale Existenz an, und wir erklimmen die steile Ramüpe der felsigen Abhänge, die im Norden auftauchen. Vom Pass, erwartet einen die Aussicht auf die chaotische Welt des Corbierers das sein gebirgiges Netz vom Alarich zur Aude spannt, im Westen entwickelt das Razes seine Berge. Nach dieser Horizont-Tour bringt uns ein steiler Abstieg zu den Kaninchen von Gourgounet; in der Aushöhlung einer Schlucht, erwärmt diese Domäne an der Sonne ihre Weingüter, geschützt vor den Nagern durch ein Netz von Eisendrähten; die kalkigen Abhänge, bedeckt mit einer Matte aus Wacholder geben ein hervorragendes Jagdrevier ab.

Die Strasse erklimmt den nördlichen Berghang und erreicht plötzlich den Kamm; eine wunderbare Aussicht über die Ebene die sich öffnet und ergießt wie ein breiter Strom. Gegenüber entfaltet die Montagne Noire ihre Würde, zu unseren Füssen liegen die letzten Ausläufer der Corbieres: Fahle und ausgewaschene Hügel, Zypressenkämme von Villemaury; auf einem PLateau eine Festung zusammengesetzt aus kriegerischen Verteidigungsanlagen: Die Cite, die, in dem Überflug aus dieser Distanz aussieht wie eine Burg für Zinnsoldaten.

Diese Annäherung in das Carcasses ist wahrhaft einzigartig und wie wenig bekannt!

Man steigt einige Kurven hinab, geht nicht weit an Gondal vorbei, einer privaten Besitzung, wo das Andenken an Courtejaire und Charles X bewacht wird von den schönsten Zypressen der Welt. Cazilhac taucht uns vor der Cite auf und Karl der Große, wir befinden uns wieder auf dem Weg unseres Startes, der uns ins Razes über St. Hilaire geführt hat.

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