Rhedae VIII - XIV

Rhedae

Die Stadt der Fuhrwerke

Louis Fedie (1880)

Quelle d. Übersetzung: © Jürg Caluori, Privatarchiv

Kapitel VIII - XIV

VIII

Schauen wir kurz, was die Bestimmung von Rhedae während der Herrschaft der Sarazenen war. Alles lässt vermuten, dass die Westgotenstadt von den neuen Eroberern als ein starker und nützlicher Ort angesehen wurde den man erhalten musste, da er die Wege zu den Pyrenäen bewachte. Das war ein zu gut plazierter strategischer Ort um ihn zu zerstören oder um ihn aufzugeben, da er die Verbindung mit den Grenzlinie garantierte. Was dazu beiträgt diese Meinung zu bilden ist, dass die Sarazenen auf dem Col von St.Louis eine starke Festung errichteten, also in kurzer Distanz zu Rhedae; von dieser sieht man noch einige Ruinen die den Namen „Schloss der Mauren“ tragen und das den militärischen Weg bewachte der sich vom Tal der Aude ins Roussillon hinzog.

Zudem bestätigt der Historiker MARAC, dass während der sarazenischen Besetzung die Erzbischöfe von Narbonne von ihrem Metropolitansitz verjagt wurden und sie sich nach der Stadt Rhedae zurückzogen. Zudem ist da die Überlieferung die uns dabei hilft zum Schluss zu kommen, dass die Stadt mit der wir uns beschäftigen in dieser Epoche erhalten blieb mit aller ihrer Bedeutung; die Überlieferung lernt uns dass die Sarazenen in ihrer Umgebung einige Dörfer gründeten unter anderem ein Bevölkerungszentrum das sich heute auf ein kleines Dörfchen reduziert hat das nicht weit von Rennes-le-Château entfernt ist mit Namen la Maurine. (Die Maurin)

Trotz den permanenten Kriegen die während dem ganzen VII Jahrhundert aufeinander folgten und das Rhedaesium nacheinander unter die Herrschaft der Westgoten und Sarazenen brachte bis dann Karl der Grosse sich als Herrscher etablierte, konnte die Hauptstadt dieser Gegend ihre Bedeutung bewahren. Ein Fakt beweist das: Die Zählung die 782 gemacht wurde von den Dörfern und dem Gebiet vom Rheddaesium die zum Gebiet der Kirche von St.Just von Narbonne gehörten, die aussagt, dass diese Gegend nicht mehr diese Öde, fast Wüste, war wie in den vorhergehenden Jahrhunderten, als es sehr wenig Einwohner gab, der Häuser sich unter den Mauern der Festungen ballten. Aber die Stadt von Rhedae figuriert nicht in dieser Zählung und das sagt etwas aus über die

(mangelnde)  Kraft der Erzbischöfe von Narbonne, sie konnten der Enklave in ihrer kirchlichen Domäne, der alten Westgotenstadt nicht mehr dreinreden, sie hatten nur ein Recht  zur kirchlichen Rechtsprechung, ein Recht das gewährt wurde durch einen Entscheid des Konzil von Narbonne 788.

Andererseits, alle die Veränderungen die sich in dieser Gegend ereigneten durch die Kreation von zahlreichen Bevölkerungszentren, zeigen auch den Vorteil eines florierenden Zustands der Stadt die die Hauptstadt war. Schliesslich, während des langen Krieges den Pippin und Karl der Grosse führten um die Sarazenen vorerst bis zum Fuss der Pyrenäen zu drängen und dann darüber hinaus auf die andere Seite des Gebirges, war es nötig sich einen befestigten Platz zu bewahren, der eine vorgerückte Sperre gegen die spanische Grenze war. Auch als die Macht des grossen Eroberers konsolidiert war, als er königliche Botschaften sandte um die bedeutendsten Städte von Septimanien zu besuchen, beschrieben diese königlichen Abgeordneten Rhedae als Stadt die, bescheiden ausgedrückt, den Titel einer königlichen Stadt tragen durfte. Es war in dieser Epoche, als das Rhedesium in eine neue Organisation von Diözesen zerstückelt wurde, gelegen an  den Grenzen der Pyrenäen und in benachbarten Gegenden. Die Gegend von Fenouillèdes wurde aufgelöst und wurde eine separate Grafschaft. Das Rhedesium, das eine bedeutende Diözese war, wurde auf eine kleinere Grafschaft reduziert, als Ableger von der Grafschaft Carcassonne. Der Pagus Rhedensis behielt seine Autonomie, aber er war nur noch ein Geländefetzen der in den folgenden Jahrhunderten noch mehr zerstückelt wurde.

Nichts desto trotz bewahrte die ganze Gegend die generelle Bestimmung des Rhedesiums, aber es war nie mehr, seit dieser Epoche, dass in der modernen Diplomatensprache das Rhedesium als geografischer Begriff gebraucht wurde. 

IX

Wir kommen nun zu einer neuen Phase in der Existenz von Rhedae.

Die alte Westgotenstadt ist zu einer Grafenstadt geworden. Mal war sie an die Grafschaft Barcelona angelehnt, mal unter der Herrschaft der Domäne der Grafen von Carcassonne, sie nahm einen bedeutenden Rang unter den kleinen Königreichen innerhalb des grossen Königreiches ein.  Dann, 957, wurde das Rhedesium zur Apanage zugunsten von Odon, Sohn der Prinzessin Ermessinde. Während eines Jahrhunderts waren die Nachfolger von Odon oder Eudes Landgrafen von Rhedae und diese Periode markiert die bedeutendste Phase der Existenz der Stadt, die die permanente Residenz eines souveränen Herrschers war. In dieser Zeit spielte Rhedae eine fast so wichtige Rolle wie Carcassonne. Tatsächlich konnte die Stadtrivalin auf dem Gebiet dessen Hauptstadt sie war nur geringen Einfluss nehmen. Limoux war nur ein kleines Dorf das von Pierre de VAUX-CERNEY „Castrum limosun in territorio Redensi“ genannt wurde. Alêt war der Sitz einer bedeutenden Abteil, aber um diese gruppierte sich nur eine Villa (Villaria) oder ein Dorf. Quillan war ebenfalls ein kleines Dorf das Teil der Domäne der Erzbischöfe von Narbonne war. Die Stadt Rhedae war wie ein Stern in der Umgebung der Schlösschen, der Prioreien, der Burgen und der Dörfern die die Gegend überzogen. Sie war auf dem Höhepunkt ihrer Glorie da in ihren Maueren praktisch im Hof der Grafen sich die Feudalherren von Termes, von Pierre-Pertus, von Castelpor, von Puylaurens, von ANIORT, die Äbte von Alêt und von St.Polycarpe, die Kastellane von Carderone, von Castillon, von Arce, von Blanchefort, von Brenac und viele andere aufhielten, deren Aufzählung jetzt zu lange dauern würde.

Es war ebenfalls in Rhedae wo sich regelmässig einige reiche Vasallen traffen, die darauf aspirierten Schlossherren zu werden, die Verwalter der Klöster von Cubière, von St.Martin-de-Lys und schliesslich die Oberen der Prioreien von Montazels, Espéraza, Luc, Arques und Couiza. 

X

Die Rolle der Stadt Rhedae verringerte sich ab dem Beginn des elften Jahrhunderts, wie sich auch das Gebiet verringerte, dem sie ihren Namen gegeben hatte.

Raymond II war der erste Graf der separaten Grafschaft Rhedesium. Nach seinem Tod, 1062, wurde die Grafschaft erneute mit derjenigen von Carcassonne zusammengelegt.

Einige Jahre später, am 6. September des Jahres 1067, Ermengarde –Tochter von Pierre RAYMOND, Graf von Carcassonne- und ihr Mann Raymond BERNARD, Vizegraf von Bézier und Albi verkauften die Grafschaft Rhedae mit allen ihren Ablegern an Raymond ROGER, Graf von Barcelona und an Almodis, seine Frau. Hier beginnt der folgende Vorgang: "Vendimus tibi totum commitatum de Rhedae eum omnibus suis pertinentibus, etipsos ambos castros de Rhedez...".

Bei diesem Verkauf gibt eine bemerkenswerte Sache über der sich die Historiker bis jetzt nicht aufgehalten haben; das sind die Worte ambos castros de Rhedez, die man bis jetzt mit die zwei Schlösser von Rhedae übersetzt hat. Gemäss unserer Meinung ergibt diese Interpretation keinen Sinn. Tatsächlich bemerkt man im Text so klar und so vollständig betreffend diesen Verkauf, dass es nicht um die eigentliche Stadt Rhedae geht, wie in anderen authentischen Dokumenten die aus der gleichen Epoche stammen. In diesem Akt, in dem alles minutiös und detailliert aufgeführt ist, braucht stattdessen den Ausdruck: vendimus tibi civitatem de Rhedae. 

Aber eine solche Lücke kann es nicht geben.

Als Konsequenz wurde diese Redewendung von civitatem von Rhedae, die man erwartet in diesem Akt zu finden, ersetzt durch die andere präzisere Redewendung „ambos castros de Rhedae“. 

Hier die Erklärung dieser Variante, dieser neuen Bezeichnung.

Diese Worte ambos castros de Rhedae, stehen für die zwei befestigten Städte von Rhedae, die obere und die untere Stadt, wie man es zwei Jahrhunderte später von Carcassonne sagen kann.

Wir insistieren nicht länger auf diesem wichtigen Punkt, der ein ganz neues Licht auf die Stadt von Rhedae wirft.

Wir suchen Beweise zur Unterstützung unserer These über die Konfiguration von Rhedae, auf die gleichzeitige Existenz der westgotischen Stadt in der Ebene und seiner Festung auf dem Höhenzug,  die beide umrundet waren von einer Reihe von Befestigungen und so zwei Städte in einer Stadt bildeten. Dieser Beweis, hier ist er.

Sie (die Stadt) wird 1067 verkauft.

Aber dieser Verkauf enthielt auch andere Sachen. Dies ist, um es so zu sagen, das Sinnbild von Rhedae, das Zeichen seiner Wichtigkeit; weil in diesem authentischen Akt der die Grafschaft Barcelona in den Besitz des Rhedesiums bringt, wird keine andere Stadt erwähnt, kein anderes Städtchen, nicht mal eine Burg war genügend interessant um erwähnt zu werden.

Dieser Akt sagt, nachdem er die beiden befestigten Städte von Rhedae erwhnt hat: "Vendimus totos alios castellos qui in jam dicto comitatu sunt, et totas illrum castellanias in super, et totas abbatias... cum omnibus ecclesiis, villis, domibus et molendinis et molendariis...". Dieser Verkauf vermerkt auch im Detail alle Herrschaftsrechte die zum Titel eines Grafen von Rhedae gehörten. Diese Rechte waren mehr als herrschaftlich, sie waren hoheitlich und die Grafen von Rhedez die sie ausübten konnten sich mit den Grafen von Carcassonne und Barcelona messen.

Schliesslich beurkundet der Akt eine abschliessende Aufzählung bezüglich der Nachbarschaften der Grafschaft.

Hier die Details:

Im Osten an die Grafschaft Narbonne

Im Süden die Grafschaften von Roussillon, von Conflent und von der          Cerdagne.

Im Westen die Grafschaften von Toulouse.

Im Norden an diejenige von Carcassonne.

Das beweist, dass die Comitatis Rhedensis bedeutender war als die Comitates Carconnensis, weil sie als Enklaven das Land von Sault, das Donazan, das Land von Fenouillèdes, das Land von Pierre-Pertuze und das Land von Termes einschloss.

Der grössere Teil dieser Territorien bildeten jedoch unabhängige Gebiete oder kirchliche Domänen und so hatte die Grafschaft von Rhedae auf verschiedenen Gebieten ihres kleinen Königreiches keine anerkannte Macht. Sie konnten Souveräntitsrechte ausüben, Geld schlagen, Märkte und Ausstellungen einrichten, Recht sprechen und dies ihren Vasallen und deren Offizieren überlassen, dennoch war ihre Macht oft illusorisch.

XI

Als Folge dieses Verkaufs im Jahre 1067, war das Rhedesium nur noch ein Anhang zur Grafschaft Barcelona und die Stadt Rhedae eine einfache Landgrafenstadt. Wegen diesem Bedeutungsverlust der Westgotenstadt ist es nützlich andere Ereignisse zu betrachten, die die Konsequenz von gewichtigen Vorkommnissen waren die sich in dieser Provinz gegen Ende des elften Jahrhunderts ereigneten. Einige kirchliche Herrscher weigerten sich, sich den den weltlichen Herrschern zu unterwerfen. Auf der anderen Seite entwickelte sich das bürgerliche Element in den grösseren Bevölkerungszentren. Schliesslich bekriegten sich einige Feudalherren unter einander um der gräflichen Autorität zu widerstehen. Solche Umstände favorisierten im Rhedesium die Entwicklung von gewissen Städten die begannen eine bedeutende Rolle unabhängig von Rhedae zu spielen. Das war in erster Linie Limoux, eine einfache Burg, die dazu tendierte die Hauptstadt der Gegend zu werden. Das war auch Alêt, das unter dem Einfluss seiner Fürstäbte sich in eine Stadt mit angenehmen Vorteilen verwandelte. Schliesslich Caudiès und Quillan, die nicht mehr unbedeutende Dörfer zu Fusse alter westgotischer Festungen waren. Rhedae verlor was es gewonnen hatte in einer Zeit wo der Geschmack des Luxus und des guten Lebens sich in der hohen Gesellschaft und im Bürgertum ausbreitete, wegen dieser Rivalenstädte, die besser dotiert waren in Bezug auf Sonne und Klima. Die alte westgotische Heimstatt, auf einem wilden Plateau gelegen, bot keine Annehmlichkeiten. Belebte Gewässer, Blumen, schöne Bäume und Gemüsekulturen fehlten hier. Rhedae begann deshalb seinen Rang zu verlieren.

Die Macht der Grafen von Barcelona auf das Rhedesium war von kurzer Dauer und die Gräfin Ermengarde kehrte wieder in das Gebiet zurück, das sie verlassen hatten. Im Streit der folgte, um wieder in den Besitz ihrer Rechte zu kommen, wurde sie energisch durch ihre Vasallen unterstützt. Die Offiziere, die sie vorgesehen hatte für die Herrschaft in den grossen Städten waren Feuer und Flamme für ihre Sache und die Geschichte berichtet, dass 1180 Betrand, Sohn von Pons, der für sie die Festung Rhedae kommandierte, schwor die Herrschaft des Gouverneurs von Carcassonne zu imitieren und ehrenhaft die Stadt Rhedae zu verteidigen mit seinen Türmen und Festungen. Vier Jahre später, schwor Betrand ATON, Sohn von Ermengarde, seiner Mutter den Treueid für die zwei Festungen von Rhedae, pro ambi castris. Noch dieselbe Beschreibung wie beim Verkauf von 1067. Die Stadt von Rhedae war jedoch nicht mehr die Residenz der Grafen.

Ein Gouverneur oder Verweser, ein Vikar kommandierte für die Grafen. Das war nicht mehr der Sitz eines Hofes, der Ort wo sich die Feudalherren der Gegend versammelten, aber immer noch die Hauptstadt von Rhedesium, der stark befestigte Ort, der die Gegend beherrschte und der Besitz der Stadt war gekoppelt an den Besitz der ganzen Gegend. Während der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bewahrte Rhedae seine Bedeutung. Nach Carcassonne ist sie immer noch die erste Stadt der Domäne der Freiherren. Nach dem Tod von Bernard ATON, als Folge einer Vereinbarung zwischen seinen zwei Söhnen, wurde das Rhedesium zur Apanage des jüngeren Bruders, Raymond TRANCAVEL, Freiherr von Bézier.

Ein neuer Abschnitt begann 1150, und während dieser Zeit besass TRANCAVEL: civitatem que dicitur Rhedas et omnem regionem Redensem con omnibus castris et villis et fortitudinibus qui ibi sunt.

Raymond TRANCAVEL versuchte Rhedae zu erhalten und auch sie zu sichern gegen Ansprüche von Feudalherren der Gegend und seine Macht in dieser Gegend verdankte er den Wällen dieser alten Stadt, die von einer zahlreichen Garnison verteidigt wurde. Deshalb hatte er Autorität über zahlreiche Feudalherren, Schlossherren, Kastellane der Nachbarschaft, über die Äbte von Alêt, die so mächtig und einflussreich waren. Es war in dieser Epoche als Rhedae von einem Verweser namens Pierre de VILAR repräsentiert wurde, der als Entschädigung für geleistete Dienste das Dorf Coustaussa erhielt; ein Ort gegenüber Rhedae, auf dem linken Ufer des Salz.

Die Charta die diese Schenkung enthält ist datiert von 1157. Sie drückt sich folgendermassen aus: "Dono tibi et infantibus tuis meam villam quae dicitur constantianum... ad castellum ibi faciendum."

Gemäss der Terminologie dieser Charta war das Dorf umgegeben von Befestigungen und Pierre de VILAR musste ein Schloss bauen um die Verteidungsmöglichkeiten zu komplettieren. Der Verweser des Grafen führte diese Bedingung aus.

Das Schloss wurde gebaut und nach den Ruinen die heute noch existieren, kann man sich eine Idee machen wann die Arbeiten etwas beendet waren. Pierre de VILAR zeigte sich erkenntlich gegenüber Graf Roger, der ihm diesen wichtigen Ort zum Geschenk gemacht hatte, denn zum Dorf Coustaussa gehörte viel Land. Als das Schloss, das eine Festung war, gebaut wurde, stellte es Pierre de VILAR unter die Aufsicht von mehreren Feudalherren, Vasallen des Grafen wie er. Dom VAISETTE zitiert eine Treueakte (Lehensakte), datiert von 1172, durch die Oton d’ANIORT, Ugo von CARDERONE und Guillaume d’Arce auf die heiligen Evangelisten der Kirche von Limoux schworen, das Schloss von Coustaussa zu erhalten und verteidigen zu Wohle seines Herrn Pierre de VILAR, Verweser von Rhedae und zum Wohle des Grafen Roger von Bézier.

Der Graf Rolger hatte 1158 von seinem Vater Raymond TRENCAVEL die Stadt Carcassonne und die Stadt Rhedae, civitas Rhedensis, als Geschenk erhalten. Diese Schenkung wurde bestätigt durch das Testament von Raymond de TRENCAVAL. Dieses Testament ist in lateinischer Sprache geschrieben.

Wir glauben, dass man mit Interesse ein Fragment dieses wichtigen Dokuments lesen würde: En R. Trencavel, per la graci de Deu vescoms de Bezers, ei fag mon testamen... et ei laïssado tota ma terra à Roihairet de Bezers... et daisso soun testimonis Jean Ratiers de Minerva, en Ratiers de Caussada, en Bertrand de Saixac, en Esteve de Serviès. Anno dominici MCLXX."

Ein Jahr danach heiratet Graf Roger Adélaide, Tochter des Grafen von Toulose und und schenkt ihm das Rhedesium und seine Hauptstadt ebenso wie die Burg von Limoux. "Dono tibi Reddam eum toto comitatu Reddensi et burgum Limosum eum suis partinentibus." Dieser Akt ist die letzte hinterlassende Hommage an die Stadt von Rhedae. Nach unserer Meinung ist diese der Abschied von der Hauptstadt des Rhedesiums. Man nennt sie nicht mehr amba castri de Rhedez, man spricht nicht mehr von citivas Rhedensis ; schliesslich trägt sie nicht mehr den Namen Rhedae der sich eine spezielle Bedeutung erworben hatte, weil er Pluralform hatte, weil er zwei Städte in einer bezeichnete; die Stadt oben und die tiefere Stadt. Man nennt sie Rheda, die Stadt, das heisst nur eine einzige Stadt.

Nachdem man diesen Akt gelesen hat, vermutet man, dass die alte westgotische Stadt zerstört wurde. Diverse historische Fakten, die wir sukzessive gruppieren wollen, beweisen, dass diese Annahme nur für Stadt unten  begründet ist; die grosse Stadt die in der Ebene erbaut wurde ist verschwunden und was noch bleibt vom alten Rhedae ist  nur seine Zitadelle, die obere Stadt.

XII

Seit als Folge des Verkaufs 1067 durch die Gräfin Ermengarde, das Rhedesium in den Machbereich von Raymond Roger I und seine Frau Almodis überging –für einen Preis von elfhundert Goldunzen, haben die Grafen von Barcelona niemals mehr ihre Rechte auf dieses Gebiet aufgegeben. Während nahezu einem Jahrhundert konnten sie diese Rechte nicht ausüben, da die Grafschaft Barcelona getrennt war vom Rhedesium durch die Grafschaft Roussillon, die Cerdagne und das Conflent. Aber die Grafen von Barcelona und die Grafen vom Roussillon lagen öfters im Konflikt wegen des Besitzes vom Vallespir, dem Land von Bézalu; die Eroberung des Rhedesium musste zur Konsequenz haben, dass diese Gegend, anstatt die Domäne der Herren von Barcelona zu vergrößern. Dieser Zustand der Dinge dauerte bis zum Tag als der König von Aragon, Alphonse II, der auch Graf von Barcelona war, mächtig genug war um die Rechte auf das Rhedesium wieder durchzusetzen. Die Annalen des Roussillon haben diese Andenken an die historische Tatsache bewahrt. Alphonse II wurde Graf von Roussillon, gemäß einem Testament mit Datum vom 4. Juli 1172 mit dem Gérard, Sohn des Gausfred II, Herr dieser Grafschaft sein Erbe so regelte, auch wenn er eigentlich keine Rechte (auf die Grafschaft) hatte. Die Barriere, die die Grafschaften Barcelona und Rhedesium trennte, existierte nicht mehr. Als er Herr des Roussillon war, konnte Alphonse II seine ehrgeizigen Ambitionen verwirklichen.

Er lag schon im Krieg mit Raymond V, Graf von Toulouse und der Beginn dieses Krieges, wurde erzwungen durch Roger II, Graf von Bézier, von Carcassez und vom Rhedesium. Man stellt eine gewisse Konfusion in den Schriften der Historiker fest betreffend diesen Krieg der zwischen diesen zwei mächtigen Nachbarn ausbrach. Wir haben nicht die Absicht Licht in diese Unklarheiten zu bringen.

Wir stellen nur fest, dass der Vizegraf von Bézier zuerst 1167 der Allierte des Königs von Aragon war, um ein wenig später sich auf die Seite des Grafen von Toulouse zu schlagen, da zwei wichtige Akten die perfekte Übereinstimmung, die zwischen den beiden um 1171 herrschte, schildern. Die erste dieser Akten ist das Versprechen, in Form eines Eides, in dem der Graf von Toulouse sich verpflichtet Roger zu helfen und zu beschützen. Die zweite dieser Akten ist die Heirat von Roger mit Adelaide, Tochter des Grafen Raymond. Wir sind darum geneigt zu glauben, dass der König von Aragon bereits zu dieser Zeit die Waffen gegen den Vizegrafen Roger richtete und ins Rhedesium eingedrungen war, um es zu erobern.

Es war zu dieser Zeit, als Rhedae zerstört wurde. Es war 1170 oder 1171 als die alte Westgotenstadt unter den Vorstößen des Königs von Aragon fiel. Aber auch wenn die eigentliche Stadt völlig ausradiert wurde, die Zitadelle blieb noch bestehen und dominierte mit ihrer imposanten Masse die ganze Gegend. Darum konnte der Vizegraf Roger in den Klauseln seines Heirats Kontraktes mit der Gräfin Adelaide, von der Domäne nur Rhedam, d.h. die Zitadelle, die befestigte Stadt mit dem zugehörigen Gelände überschreiben. Wir müssen an dieser Stelle keine neue Beschreibung geben von dieser Zitadelle, die so massiv befestigt war und in so einer vorteilhaften Lage war, dass sie später auch den Attacken des Simon von MONTFORT widerstehen konnte, sofern sie mit genügend Truppen zu ihrer Verteidigung bestückt war.

Es scheint, dass König Alphonse II mit seiner Eroberung nicht alle Früchte ernten konnte, die er sich erhofft hatte. Er konnte zwar die ganze Gegend verwüsten und er konnte die Stadt Rhedae erobern und sie zerstören, aber es gelang ihm nicht seine Macht im Rhedesium zu konsolidieren. Wir haben ja gesehen, dass tatsächlich 1171 der Graf Roger die Domäne der Gräfin Adelaide zuwies: Reddam cum toto comitatu Reddensi. Er protestierte gegen die spanische Invasion und wurde dabei von seinen Lehnsherren, seinen Vasallen unterstützt.

Es war in dieser Zeit, als Pierre de VILAR, der Rhedae nicht verteidigen konnte, weil er nicht über genügend Kräfte verfügte, eine Verteidigungslinie mit mehreren Feudalherren bildete, die auf die heiligen Evangelisten schworen, das Schloss von Coustaussa zu verteidigen, dessen Lehnsherr er war.

Pons von Amely, Abt von Alêt verstärkte die Verteidigung des Schlosses, diese alte westgotische Festung und umgab die Stadt mit Wällen und Bollwerken.

Der Erzbischof von Narbonne, der Quillan und diverse andere Burgen oder Dörfer besass, widerstand den Forderungen des Königs von Aragon.

Die Herren von Termes versetzten die Schlösser von Auriac, Albières und seine Nachbardörfer in Verteidigungszustand.

Alphons II war der effektive Herrscher des Teiles von Rhedesium, das an das Roussillon angrenzt. Er hatte die Festungen die die Westgoten erbaut hatten in seiner Gewalt: Castel-Fizel, Puylaurens im Land Fenouillèdes und auch das Schloss Fenouillet, das dieser Graf kommandierte. Schließlich besaß er auch das Gelände das sich bis zum Tal der Aude erstreckt auf der einen Seite und bis zum Tal der Salz auf der anderen Seite; beim Zusammenfluss dieser beiden Flüsse, beim diesem Punkt wo jetzt das Schloss von Couiza steht, war die Grenze seiner Eroberung. Es existiert tatsächlich, gegenüber dem Schloss eine große Felsmasse deren abfallende Flanke bis zum Aude abfällt und wie eine kollosale  Sperre wirkt bis zum kulminierenden Höhepunkt, der das Tal beherrscht.

Dieser felsige Steinblock, der wie man sagt, von Menschen geteilt wurde, heisst roc de France, und die Überlieferung bestätigt, dass man früher, eingemeißelt in die raue Oberfläche des Felsens eine riesige Hand sah, die –so sagt man- als ein heraldisches Zeichen die Waffen von Aragon repräsentierte.

Es ist auch in dieser Zeit der Eroberung eines Teils des Rhedesiums, in der die Kriegstürme oder Signaltürme gebaut wurden die man früher in der Gegend sah und von denen nur wenige Spuren geblieben sind. Die katalanischen Autoren sind sich einig, dass diese Türme, einst zahlreich auf gewissen Punkten, das Werk der Könige von Aragon waren. Die einen Türme, Kriegstürme genannt waren an den Läufen und Strassen, während die anderen, die Signaltürme auf den Kulminationspunkten der Berge waren. Als Alphons II die Stadt Rhedae zerstörte, machte er die Befestigungen dem Erdboden gleich und es blieben nur zwei Türme übrig die sich an die Ringmauer auf der Süd- und auf der Westseite anlehnten. Einer wurde in neuerer Zeit zu einer Windmühle umgewandelt durch einen Herrn von Rennes-le-Château. Der Standort dieser Türme hat uns geholfen ungefähr die Fläche zu bestimmen, die die westgotische Stadt einnahm. 

XIII

Es verbleibt uns noch rasch die Ursachen zu untersuchen die es erleichterten Rheda einzunehmen und zu zerstören. Gegen Beginn des zwölften Jahrhunderts, nahm die Bevölkerung der Stadt ab, zugunsten von Limoux und von Alêt. Die Kriege von dem heiligen Boden (Land?) gaben ihm sozusagen den letzten Stoss. Entblösst von Truppen, nur noch von einer ungenügenden Bevölkerung bewohnt, wurde sie zunehmend von den Grafen denen sie gehörte vernachlässigt und verlassen. Sie fanden den Unterhalt der Bollwerke dieser grossen Festung mit ihrer ausgedehnten Befestigungslinie zu kostspielig. Da sie nur noch den Rang eines zweitklassigen Festungsortes hatte, konnte sie nicht mehr auf grosse Unterstützung für den Unterhalt von Seiten der souveränen Grafen rechnen.

Alles weist darauf hin, dass sie praktisch ohne Verteidigung war, als die Könige von Aragon sie angriffen. Vielleicht hatten die Offiziere des Grafen Roger sie verlassen und ihre Kräfte und Verteidigungsmittel in der Zitadelle in der oberen Stadt konzentriert, die ja dann auch nicht in die Gewalt der aragonesischen Truppen fiel. Die Überlieferung bemächtigte sich dieser großen geschichtlichen Tatsache nur sehr vage.

Sie erzählt nur von einer großen Armee die von der spanischen Seite kam und sich Casteillas bemächtigte, diesem vorgelagerten Fort von dem wir gesprochen haben und das die Annäherungen an Rhedae von Süden bewachte; einmal Beherrscherin von Casteillas attackierte und zerstörte diese Armee die Stadt in der Ebene.

Wenn noch einige Zweifel betreffend den historischen Tatsachen die wir besprochen haben verbleiben, wenn einige unserer Leser es vorziehen die Meinung von gewissen Historiker zu teilen, die glauben, dass die Stadt von Rhedae anlässlich der Albigenserkriege um 1220 zerstört wurde, können wir zugunsten unserer Meinung einen Beweis zitieren, der unserer Ansicht nach eindeutig ist. Das ist ein Akt vom Monat August 1885 durch den der Vizegraf Roger ein Gebiet das er im Schloss besaß einem seiner wichtigsten Offiziere gibt, castrum de reddas.

Aber da man nicht ein Gebiet in einer wichtigen Stadt vergibt, die die Hauptstadt der Grafschaft ist, beweist dieser Akt, dass die Stadt zu dieser Zeit nicht mehr existierte. Aber die Zitadelle hatte Alphonse II widerstanden, das Land Rhedesium wurde zerstückelt. Tatsächlich existierte ein Akt, ausgefertigt 1193 durch den König von Aragon, drei Jahre vor seinem Tod, zugunsten des Grafen von Foix, der gemäß diesem Akt in den Besitz der Länder von Pierre-Pertuze, der Grafschaft von Fenouillèdes und deren Ableger kam. Das beweist, dass das Rhedesium nicht mehr existierte.

Wir können hier also schreiben:

FINIS RHEDESII.

Wir können auch schreiben:

Finis Rhedarum; weil in der Realität die alte Wohnstätte der Westgoten, die befestigte Stadt Rhedae die eine markante Rolle in der Geschichte während mehr als fünf Jahrhunderten spielte, nicht mehr existierte, aber ihre Zitadelle existierte noch und wir werden jetzt die kurzen Phasen ihrer zukünftigen Existenz oder vielmehr ihrer Transformation verfolgen.

XIV

Das dreizehnte Jahrhundert beginnt und mit ihm der Albigenserkrieg. Die Geschichte weist castrum de Rhedae keinerlei Rolle zu, währendem sie Notiz nimmt vom Sitz des Schlosses von Coustaussa, der Nachbarin. Es ist wahr, dass das Schloss von Coustaussa das Tal des Salz dominiert, vom Ufer der Aude durch die Corbières und dass dieses Schloss Kreuzzüge verhinderte, sei es am Talboden als auch auf den Höhenplateaus. Es ist wahr, dass eine Handvoll Männer genügte um Coustaussa zu verteidigen, während es einer zahlreichen Garnison bedurfte um die lange Linie der Wälle von Rhedae zu bewachen, dessen Befestigungen zudem gelitten hatten anlässlich der Zerstörung der niederen Stadt. Vielleicht wurde auch ein Teil der Befestigungsanlagen selbst zerstört und Guillaume d’ASSALIT, der Verweser des Rhedesiums verfügte nicht mehr über die nötigen Mittel um die alte Zitadelle in einen guten Zustand zu bringen. Wie es auch sei, es scheint, dass Rhedae nicht in verteidigungsfähigem Zustand war und der Armee der Kreuzfahrer keinerlei Widerstand leistete. Trotzdem zögern wir nicht zu glauben, dass die Truppen von Simon von MONTFORT sich dem bemächtigten und da es ein Kriegsplatz war den man bewaffnen oder zerstören musste um sich zu verteidigen resp. um zu verhindern, dass er ein Zentrum des Widerstandes in den Händen des jungen Grafen von Bézier wurde, wurde er niedergerissen und zerstört. Le castrum de Rhedae, die alte Zitadelle die immer noch die Hauptstadt der Gegend war, war nun nicht mehr als eine einfache Burg als der Kreuzzug sein Werk vollendet hatte.  Seine Wälle und seine Türme versanken im Boden und wenn die lokale Überlieferung sich nicht irrt, nur noch ein einziger Teil seiner Befestigungen hervorkam, nämlich das le castrum salassum oder turris salassa der Hauptturm der gegen Süden stand, dieser Turm von Salasse der später in ein Pulvermagazin umgebaut wurde.

Es existiert noch, als Fragment, ein authentischer Akt der zeigt welch inferiore Rolle Rhedae nach der Eroberung der Kreuzritter spielte. Man nennt sie nicht mehr civitas cité, noch castrum, befestigte Stadt. Man bezeichnet sie mit dem Namen Villa, das heißt Burg, oder kleine Stadt. Wir lesen tatsächlich in einer Charta von 1231 über eine Zählung der Städte, Dörfer und Schlösser die zum Besitz von Pierre von VOISINS gehörten, dem Seneschall des Simon von Montfort.

In dieser Aufzählung figuriert Rhedae unter der folgenden Rubrik:

"Villam de redde pro XXV libris ae IV sols."

Die Burg von Rhedae wurde zum gleichen  Preis geschätzt wie Burgaragium, Bugarach, ein wenig unter dem Wert von Cousarum, Couiza und Caderona, Caderone.

Die Kinder des Pierre von VOISIN, Pierre II von VOISINS, Seneschall von Carcassonne, stellte die Verteidigungsfähigkeit von Rhedae wieder her. Er baute die Befestigungen wieder auf und stellte die doppelte Mauer der Wälle wieder her, nur er dachte nicht daran das Schloss das die Zitadelle gegen Osten verteidigte und das man Castrum valens nannte wieder aufzubauen aber er ließ das Schloss, das heute noch existiert und dem heutigen Dorf seinen (Namen) gibt, befestigen.

Dieses Schloss war nicht einfach ein simples Fort wie das Castrum valens; es war ein stark befestigtes Schloss mit allen möglichen Verteidigungsmitteln und unter anderem eine Feudalresidenz. Dieses befestigte Herrenhaus, von Türmen flankiert, einer viereckig, die anderen rund, ist von einer einfachen Architektur und mit Ornamenten versehen. Ein großer Hofplatz ist ihm vorgelagert auf der Ostseite (und auf den) zwei anderen Seiten umschließt es einen Innenhof und einen Garten der vermutlich auf der Stelle der Gräben errichtet wurde.

Seine Nordfront liegt auf der Linie der Wälle der zweiten Ringmauer.

Rhedae erwarb sich also eine gewisse Bedeutung als Hauptort einer starken Schloßherrschaft. Dieser kleine Ort hatte eine ziemlich große Bevölkerung, weil die ganze Fläche des Plateaus mit Häusern bedeckt war. Man bemerkte zwei Kirchen, eine dem heiligen Petrus geweihte und die andere, die noch existiert, der heiligen Maria Magdalena geweiht.

Wenn man mit viel Aufmerksamkeit die raren Überreste der Befestigungen von Rhedae untersucht findet man Fragmente von Mauerwerk aus dieser Zeit und schließlich auch Rest der Wälle, die die Westgoten erbaut hatten.

Die Restauration von Rhedae, durch Pierre II von VOISINS war nicht eine isolierte Tat in der Gegend. Die Geschichte lernt uns, dass nach dem Albigenserkrieg die neuen Besitzer des Bodens wie die alten Herren auch ihre Besitztümer wieder an sich brachten, die Schlösser wieder aufbauten die zerstört worden waren. Alle  Schloßherrschaften wollten sich gegen die Gefahren eines neuen Krieges wappnen und vorbereitet sein gegen Attacken von marodierenden Kriegshorden die in der Provinz umherzogen.

Rhedae das sukzessive unter die Macht der Nachkommen des Pierre von VOISINS kam, wurde wieder verteidigungsfähig gemacht.

Einer der zwei, Pierre III, transformierte den Hauptturm von Salaße in ein Pulvermagazin. Die Truppen der Routiers marodierten in der Provinz Languedoc, die Städte, Burgen und Schlösser plündernd und anzündend.

Und als ob das noch nicht genügend Unglück gewesen wäre, kam 1361 die Pest; sie breitete sich in der Gegend aus entvölkerte die Dörfer fast gänzlich. Das Land begann sich von diesen schrecklichen Vorgängen zu erholen, als ein Korps von Spaniern und Katalanen die die Grenze mit dem Graf von Trastamarre überschritten hatten, sich auf das Roussillon und aufs Languedoc stürzte. Alle Barone des Landes bewaffneten sich gegen diese schrecklichen Eindringlinge.

Pierre III von VOISINS, Herr von Rhedae, , dominus le Reddis, wie er sich selber titulierte, stellte sich an die Spitze eines Truppenkorps und rückte in das Land von Fenouillèdes vor, um den Marsch der Feinde zu stoppen; aber er wurde besiegt und konnte ihre Passage nicht stoppen. Verpflichtet auf dem Rückzug zu kämpfen, zog sie Pierre von VOISINS in die Zitadelle von Rhedae zurück und bereitete sich auf deren Verteidigung vor.

Die Armee der Westgoten oder vielmehr diese Korps von zahlreichen Banditen die in der ganzen Gegend Taten höchster Brutalität vollbrachten, verwüsteten das ganze Land von Fenouillèdes, das Land von Pierre-Pertuz und verließen 1362 die Hochplateaus der Corbières um hinabzusteigen gegen das Tal der Aude. Der Chef dieser Banditen, der schon gegen Pierre von VOISINS gefochten hatte, machte sich daran gegen die befestigte Stadt von Rhedae vorzugehen und zu seinem Sitz zu machen.

Die Überlieferung an diese Vorkommnisse hat sich über fünf Jahrhunderte erhalten in diesem unbedeutenden Dorf das auf dem Platz steht wo einst Rhedae war. Wir wissen nichts besseres, als sie hier fast wörtlich niederzuschreiben:

„Eine sehr große Truppe von katalanischen Banditen von den Corbières kommend, traf eines Tages vor Rhedae ein auf dem Weg der vom kleinen Dorf „des Patiassés“ (zwischen Rennes-les-Bains und Rennes-le-Château gelegen) herführte. Sie plünderten ein großes befestigtes Kloster an, das vor der Stadt, praktisch bei ihrem Eingang war auf der Ostseite, an der Stelle der man la Foun de l'Aoussi sagte und zündeten es an. Die Ruinen dieses Klosters existierten noch am Ende des vorherigen Jahrhunderts. Die Stadt entfaltete einen lebhaften Widerstand aber am Ende musste sie dem stärkeren Feind unterliegen, der über Artillerie verfügte. Das Pulvermagazin von Salasse das angezündet wurde sprengte eine breite Bresche in die Mauern der Stadt die nunmehr eine leichte Beute für die Angreifer war. Diese, nun die Herrscher des Ortes, schleiften die Befestigungen, zerstörten die Kirche des heiligen Petrus und machten Rhedae zu einem Haufen von Ruinen. Der Herrensitz und einige Wohnhäuser überlebten dieses Desaster.“

Zum Beweis der Echtheit dieser Erzählung rapportieren die Alten von Rennes-le-Château, dass man in der Ebene die sich unter dem Dorf erstreckt, Überreste von Waffen und kleinkalibrigen Kugeln gefunden hat.

Schließlich endet 1362 die Stadt Rhedae; das bescheidene Dorf das an ihrer Stelle erbaut wurde, nahm kaum einen Drittel der Fläche ein, die die alte Zitadelle bedeckte; sie behielt nicht einmal ihren historischen Namen Rhedae; es nennt sich Rennes-le-Château. Dann, wie um den Schleier des Vergessens über die Westgotenstadt auszubreiten, verlor auch die Gegend deren Hauptstadt sie war, Rhedesium oder das Land von Rhedae, ebenso ihren Namen. Es nannte sich nun Haut-Razés (Hohes oder oberes Razés, a.d.Ü.)  und war eines der Territorien die, die große Diözese von Alêt bildeten.

zum Seitenanfang