Der Ort und die Umgebung

 

Auf einer kleinen Anhöhe liegt das Dorf Rennes-le-Chateau in den  nördlichen Ausläufern der Pyrenäen. Ein Sprichwort sagt: Nach Rennes-le-Chateau kommt man nie zufällig, denn dieser Ort hat etwas magisches an sich.

Bei Ausgrabungen wurden 1880 neolithische Gräber entdeckt, die auf eine Besiedlung des Gebietes seit über 3000 Jahren schließen lassen.

Gallier, Westgoten und Römer machten den Ort wegen seiner Lage an der Strasse von Carcassonne  die bis nach Spanien führte, zu einem stark befestigten Handelsplatz. Außerdem ließ er sich, auf einer Anhöhe befindlich, gut verteidigen.

Aber nicht nur strategische Gesichtspunkte veranlassten die Gallier, Westgoten, Römer und vor Ihnen sogar der Keltische Stamm der Tectosagen diesen Ort zu besiedeln, sondern Funde von Erzlagerstätten. Den intensiven Abbau bezeugen heute noch etliche Minen um Rennes-le-Chateau und dem Nachbarort Rennes-le-Bains. Einst wurden hier Gold, Silber, Blei, Kupfer und Zinn abgebaut. Daraus leiten sich aller Wahrscheinlichkeit auch die verschiedenen Namen des Ortes her.

In früherer Zeit soll der ursprüngliche Name des Ortes Rhedae,Rezae,Reddis oder Reda gewesen sein. Dieser Name lässt sich aus dem Gallischen ableiten und bedeutet soviel wie „Ort der vierrädrigen Fuhrwerke“. Diese Namen sprechen also für regen Personen und Warenverkehr. Im Nachbarort Rennes-le-Bains, der heute noch berühmt wegen seiner Thermalquellen ist, richteten schon die Römer eine großzügige Badeanlage ein. Überreste dieser Anlage sind heute noch zu sehen.

Wir haben auch Berichte antiker Autoren die sich auf die Umgebung von Rennes-le-Chateau beziehen.

Der griechische Geograph Strabon beschreibt den Stamm der Keltischen Tectosagen als „Einfach und bescheiden in ihrer Lebensweise“ aber sie fürchten die Götter. Deshalb sammelten sie für die Götter riesige Mengen Gold und Silber und machten daraus Barren und wertvollen Schmuck. Er sagt weiter „ihr Boden schwimmt im Gold“, da übertreibt Strabon sicher ein wenig, aber er log nicht. Trotz ihres Goldes waren die Tectosagen wohl eher „Bodenständig“, sie bauten Weizen an und mahlten die Körner. Sie züchteten Schafe Ziegen, Schweine, jagten Hirsche und Wildschweine in der Gegend der Corbières. Sie waren auch geschickte Handwerker, aus gewöhnlichen modellierten Gefäßen wurden gedrehte Gefäße mit geschickten Verzierungen. Archäologen haben den Goldabbau und die damit zusammenhängenden Funde auf das 2. Jh.v.Chr. datiert.

Ein weiterer Bericht stammt vom römischen Schriftsteller Pomponius Mela. P. Mela stammt aus Südspanien und hat ca. 43 nach Chr. sein berühmtes Geografiebuch De Situ Orbis geschrieben. Darin beschreibt er einen verborgenen Schatz in den Minen der Pyrenäen südlich von Carcassonne.

Des weiteren gibt es einen Bericht, dass auf einem alten Pergament     (das in Jerusalem in einer Bibel entdeckt wurde),das ein der Isis geweihter Tempel unter Kaiser Nero in Gallien im Ort Rhedae erbaut wurde, der dann unter Titus im Jahre 70 n.Chr. auf den Namen Magdala getauft wurde.

 

Seinen eigentlichen Aufstieg zur blühenden Stadt erlebte Rennes-le-Chateau unter den Westgoten. Nachdem sie ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes durch die Hunnen  beraubt worden waren drängten sie immer weiter nach Westen. Unter ihrem König Alarich eroberten sie im Jahre 410 Rom. Dabei fiel dem westgotischen Heer ein sagenhafter Schatz in die Hände.

Der Historiker Prokopius von Cesarea beschrieb den Untergang Roms und überlieferte auch, was die Westgoten erbeuteten. „...die Schätze Salomons, des Königs der Hebräer, deren Anblick lohnenswert ist. Denn sie waren größtenteils mit Smaragden verziert und in alten Zeiten von den Römern aus Jerusalem nach Rom gebracht worden.“

Es handelt sich genau um den Schatz den Titus um das Jahr 70 n.Chr. bei der Eroberung Jerusalems geraubt hatte. Auch heute noch sieht man am Titusbogen in Rom wie man den Tempelschatz mit der großen Menorah, einem siebenarmigen Leuchter aus puren Gold und den Smaragdtafeln des alten Testamentes im Triumphzug von Jerusalem nach Rom brachte.

Die  Westgoten waren es auch die Rhedae weiter befestigten  und den Ort mit zwei grossen Mauerringen versehen haben, die von zwei Zitadellen flankiert wurden.

Die glanzvolle Zeit der Westgoten ging im Jahre 507 zu Ende, als sie vom Merowingerkönig Chlodwig  in der Schlacht von Vouillè vernichtend geschlagen wurden. Erst vor den Mauern von Carcassonne kam der Vormarsch von Chlodwig zum erliegen.

 

Der Historiker Prokopius von Cesarea beschreibt uns die „Motivation“ warum Chlodwig unbedingt Carcassonne einnehmen wollte, er schreibt,  „... da er genau wusste, dass der Heilige Schatz dort aufbewahrt wurde. Der Schatz, den Alarich der Ältere zu früheren Zeiten erbeutete, als ihm Rom in die Hände fiel“. Doch die Westgoten hielten der Belagerung stand und Chlodwig musste wieder abziehen. Prokopius berichtet weiter, dass der westgotische General Ibbas alle Schätze Vorort sammelte und eilig nach Ravenna zurückmarschierte. Ein Teil des Schatzes soll, nach Prokopius, auch nach  Rhedae gebracht worden sein.

Was aber Rhedae zur Blüte brachte war die Hochzeit von Almarich, dem Sohn des Westgotenkönigs, mit Chlothilde einer Prinzessin aus merowingischen Geschlecht, im Jahre 681. Durch diese Dynastische Verbindung wurde Rhedae (Rennes-le-Chateau) zur königlichen Stadt. Diese war durch verschwenderische Hofhaltung berühmt, es war die Zeit der Troubadoure.

Aufgrund zahlreicher Angriffe auf das wesgotische Reich, schrumpfte das Gebiet auf die Größe des unter dem heute bekannten Namen Rhazes zusammen, dessen Hauptstadt Rhedae war.

Im Jahre 795 gerät der Ort in den Besitz des Königs von Septimanien, der ein jüdisches Königreich auf fränkischem Boden errichtet hatte. Er hieß Wilhelm von Gellone und war zuvor Heerführer Karls des Großen. Er ließ eine Kapelle errichten, und nannte sie La Madeleine. Da sie zur Zeit der Romanik errichtet worden ist darf man davon ausgehen das sie auch eine Krypta erhielt, da dies zur damaligen zeit üblich war. Von dieser Krypta sprach auch Abbè Sauniere.......aber dazu später.

In dem Bericht des Bischofs Theodulf, den Karl der Grosse zur Zählung der wichtigsten Städte in den Süden entsandte, wurde Rhedae mit Städten wie Carassonne und Narbonne gleichgestellt.

Im 11. Jahrhundert begann der Verfall von Rhedae.

Ermengarde, die Erbin, Tochter eines Grafen von Carassonne und Gemahlin eines Vicomtes (Herzog) von Beziers, verkaufte ganz Rhedezium an das Haus von Barcelona. Ihren Nachkommen, den Trencavels, gelang es später, ihre Rechte geltend zu machen und es der Grafschaft von Carcassonne wieder einzugliedern.

1190 aber forderte der König von Aragon, AlfonsII. Rhedae zurück, in dem er behauptete seine Rechte wieder in Anspruch nehmen zu können. Er eroberte die Stadt und verwüstete sie, verschonte aber die Zitadelle, die weiter das Geschlecht der Trencavel als Eigentum behaupten konnten.

Im Jahre 1209 wurde bei den sogenannten Albingeser-Kreuzzügen, zur Bekämpfung der katharischen Ketzerei, unter Simon de Montfort und seinen Kreuzrittern, das Gebiet des Rhazes verwüstet.

 Ein kleiner verwüsteter Marktflecken (Rhedae) viel seinem Leutnant Pierre de Voisins als Beute zu, der dort ein Geschlecht gründete.

Ein Enkel Pierre de Voisins baute Rhedae teilweise wieder auf. Er ließ auch das heute noch vorhandene Schloss errichten. Weiterhin ließ er eine Kirche erbauen. Diese Kirche war die St. Peter-Kirche die er seinem Schutzheiligen widmete. Die Kirche St. Peter brannte 1362 nieder. Dort wo sie stand befindet sich heute das Haus der Familie Captier.

Es gab auch noch eine dritte Kirche in Rhedae, sie war Johannes dem Täufer geweiht, und wurde im 14. Jahrhundert von Truppen des spanischen Graf, Henri de Trastamare, Stein um Stein abgetragen, weil er in ihr einen Schatz vermutete. Auf sehr alten Karten soll man sie noch eingezeichnet sehen. Sie stand am Rande des Dorfes, fast auf gleicher Linie mit dem Turm von Magdala, den Abbè Sauniere erbauen ließ.

Vielleicht handelt es sich hier um das umbenannte Isis-Heiligtum, das dann unter Titus auf den Namen Magdala getauft wurde.

Als hätten die Kämpfe der vergangenen Jahre dem Ort nicht schon genug zugesetzt, wurden nun die wenigen Überlebenden nun auch noch von der Pest heimgesucht.

 So verschwand die stolze Stadt Rhedae während Carcassonne unversehrt verblieb.

In einer zum Rhazes gewordenen Grafschaft wird nur noch ein bescheidenes Dorf erwähnt, Rennes-le-Chateau.

Der Name Voisins starb aus, als ihre jüngste Tochter einen Grundherrn von Marquefave spanischer Herkunft heiratete. Blanche von Marquefave, die dieser Ehe entstammte, heiratete Pierre-Raymond von Hautpoul und brachte als Mitgift Rennes-le-Chateau mit in die Ehe. Heinrich , Freiherr von Hautpoul, nahm plötzlich den Titel des Freiherren von Blanchefort wieder an. Der letzte Marquis von Blanchefort heiratete 1732 Marie von Negre Dables, die aus einer alten Familie vom Sault-Plateau stammte und 30 Jahre später ohne männliche Nachkommen Witwe wurde.

 

 

 

Wappen der Familie Blanchefort

Marie Negre Dables – Freifrau von Hautpoul von Blanchefort –

verstarb im Schloss von Rennes-le-Château am 17.01.1781 in Alter von 67 Jahren.

 Die Geschichte hätte nun ihr Ende finden können, wenn nicht Marie Negre Dables ihr Familiengeheimnis Ihrem Beichtvater, dem Abbè Antoine Bigou anvertraut hätte. Dieser war seit 7 Jahren Pfarrer in Rennes-le-Château. Mit Beginn der Französischen Revolution bangt Abbè Bigou um sein Leben und lässt das ihm übergebene Geheimnis der Familie Blanchefort, in einen Grabstein meißeln. Als er kurz darauf, 1792, für widerspenstig erklärt wird, muss er nach Sabadell in Spanien fliehen, wo er 18 Monate später stirbt. Aber auch er vertraut das Geheimnis einem weiteren Abbè an, Abbè Cauneille. Dieser Abbè Cauneille, der ebenfalls im Exil ist, vertraut das Geheimnis ebenfalls wieder zwei Amtsbrüdern an, Abbè Jean Viè (Pfarrer in Rennes-le-Bains von 1840-1872) und Abbè Emilie-Francois Cayron (zur gleichen Zeit Pfarrer in St. Laurent de la Caberisse im Aude ).

Nach ihnen deuten zwei Pfarrer das historische Wissen und werden es auszunutzen wissen.

Abbè Bèrenger Sauniere aus Montazels im Aude-Tal, der am 01.Juni1885 zum Pfarrer von Rennes-le-Château ernannt wird.

Sowie Abbè Henri Boudet, der Nachfolger von Jean Viè in der Pfarrei von Rennes-le-Bains.

Als armes Kind aus Quillan wurde Boudet vom Abbè Cayron ausgebildet, was darauf schließen lässt, dass zumindest Teile des Geheimnisses an ihn weitergegeben worden sind.

 

Quaerendon invenietis – Suche und du wirst finden (Tagebucheintrag von Abbè Sauniere)

zum Seitenanfang